Berner Lehrer sind sauer auf das Kantonsparlament

Der Unmut unter den bernischen Lehrerinnen und Lehrer ist nach den jüngsten Entscheiden im Kantonsparlament gross. Die Delegierten des Verbands Lehrerinnen und Lehrer Bern (LEBE) schliessen einen Streik nicht aus, wollen aber vor allem die Bevölkerung besser über ihre Arbeitsbedingungen informieren.

Stühle auf den Tischen in einem Schweizer Klassenzimmer.

Bildlegende: Die bernischen Lehrerinnen und Lehrer schliessen einen Streik nicht aus. Keystone

Es müsse nun darum gehen, das Volk für sich zu gewinnen, sagten verschiedene Delegierte an der Versammlung des Berufsverbands der Lehrerinnen und Lehrer des Kantons Bern (LEBE). Die meisten Delegierten sprachen sich für mehr oder wenige kreative Aktionen aus, um der Bevölkerung und den Politikern aufzuzeigen, dass die Lehrerlöhne zu niedrig seien. Die Vorschläge reichten von Standardbriefen an Eltern, über Anzeigen in den Tageszeitungen bis hin zu Kundgebungen im öffentlichen Raum.

Nicht «einfach so» streiken

Auch die Möglichkeit eines Streiks wurde diskutiert. Allerdings befanden die meisten Redner, dass ein Streik zum jetzigen Zeitpunkt vor allem die Eltern verärgern würde und wenig Verständnis oder Sympathien brächte. «Wir machen das nur, wenn wir durch die Politik gezwungen werden», sagt LEBE-Präsident Martin Gatti im «Regionaljournal Bern Freiburg Wallis» vom Donnerstagmorgen. Die Delegierten genehmigten folglich einstimmig einen Antrag, welcher der Leitungskonferenz die Kompetenzen gibt, nötigenfalls entsprechende Vorbereitungen zu treffen.

Die Möglichkeit, gegen Beschlüsse des Kantonsparlaments das Referendum zu ergreifen, kam ebenfalls auf den Tisch. Das Referendum könnte demnach gegen das neue Pensionskassengesetz, aber auch gegen das neue Lehreranstellungsgesetz ergriffen werden. Allerdings wurden beide Gesetzesrevisionen erst in erster Lesung bewilligt. Die zweite Lesung ist für die Septembersession vorgesehen. Laut LEBE fällt die Zwischenbilanz aber «deutlich negativ» aus.