Berner Software analysiert Hirntumore blitzschnell

«Schneller als der Arzt, gleich sorgfältig und gratis» - so soll eine neue Software zur Analyse von Hirntumoren arbeiten. Entwickelt haben sie Ärzte des Berner Inselspitals und Ingenieure der Uni Bern gemeinsam.

Ein Arzt braucht 30 bis 60 Minuten für die Analyse der Magnetresonanz-Aufnahme eines Hirntumors. Die neue Software schafft das in maximal 10 Minuten. Dazu arbeitet sie gleich sorgfältig, wenn nicht präziser. Und gratis.

Bei so vielen Vorteilen - braucht es da noch Ärzte? Der Arzt Roland Wiest macht einen Vergleich mit Flugzeugen: «Ein Flugzeug fliegt mit dem Autopiloten hervorragend. Doch der Pilot muss immer da sein, um Fehler der Software oder der Automatik zu korrigieren.»

Die neue Software zur Analyse von Hirntumoren ersetzt also keine Ärzte. Aber sie sei eine Unterstützung, sagt Roland Wiest, der als leitender Arzt am Berner Inselspital die neue Software mitentwickelt hat.

Zwei Fachrichtungen arbeiten zusammen

Die Software ist im Teamwork entstanden: Dabei waren Ingenieure der Uni Bern, welche wissen, wie man eine schnelle und anwenderfreundliche Software kreiert. Und die Ärzte des Inselspitals brachten ihr medizinisches Wissen ins Team.

Das Team von Ärzten und Ingenieuren.

Bildlegende: Das Entwicklerteam der neuen Software. zvg

«Diese Zusammenarbeit war sehr anregend und motivierend», sagt Arzt Roland Wiest. Als nächstes will das gemischte Team Versionen der Software kreieren, welche bei Multipler Sklerose (MS) und nach Schlaganfällen zum Einsatz kommen.

Die neue Software zur Analyse von Hirntumoren habe bereits international für Aufsehen gesorgt, schreiben das Inselspital und die Universität Bern in einer gemeinsamen Mitteilung.