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Bern Freiburg Wallis Berns dunkle Vergangenheit mit der Todesstrafe

Der Kanton Bern wies um 1850 die mit Abstand höchste Hinrichtungsquote der Schweiz auf. Der Historiker Lukas Künzler hat die Gründe und Ursachen dafür erforscht.

Legende: Audio «Gespräch mit Lukas Künzler (17.4.2014)» abspielen. Laufzeit 9:09 Minuten.
9:09 min

Noch bis in die zweite Hälfte des 19. Jahrhunderts wurde im Kanton Bern die Todesstrafe vollzogen. Dies geschah bis zuletzt im Rahmen einer öffentlichen Enthauptung durch das Schwert. Dabei strömte jeweils eine gewaltige Menschenmenge zusammen; bei der Vierfachhinrichtung vom 8. Juli 1861 im Emmental waren es rund 15'000 Schaulustige.

Eine Todesurteil auf Papier aus dem Jahr 1847.
Legende: Todesurteil von Anna Maria Flückiger, die einen Säugling erdrosselte (1847). Staatsarchiv Bern, N Legat Bloesch 6.

In Bern beruhten bis zum vereinheitlichen neuen Strafgesetzbuch von 1866 die Strafen auf einem Sammelsurium verschiedenster Gesetze, Dekrete und Verordnungen, die bis ins Jahr 1761 zurückreichten. «Es ist anzunehmen, dass es unter dem neuen Strafgesetzbuch in der untersuchten Zeitphase zu weniger Hinrichtungen gekommen wäre», sagt der 27-jährige Historiker Lukas Künzler.

Kaum Begnadigungen

Die Fälle müssten zudem vor dem Hintergrund der sozialen Massenverelendung um 1850 gesehen werden, als die zunehmende Armut Teile der Unterschicht in eine krisenbedingte Delinquenz trieb. «Deshalb kam es leider auch zu Kindstötungen durch sozial schwächer gestellte Frauen, was ebenfalls mit dem Tod bestraft werden konnte», so Lukas Künzler.

«Ein wesentlicher Faktor für die vielen Hinrichtungen in Bern war aber der Umstand, dass die Geschworenengerichte zum einen effizient arbeiteten und anderseits kaum Täter begnadigt wurden», so Lukas Künzler.

6 Kommentare

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  • Kommentar von Adrian Flükiger, Bern
    Wen wundert das schon? Obwohl sie eigentlich politisch nichts mehr zu melden hatten, waren natürlich die Patrizier um 1850 immer noch die starken Kräfte im Land. Kein Wunder also, war die Justiz Obrigkeitsgläubig. Anderswo hat man diese Kaste enteignet, im Kanton Bern leider bis heute nicht. Da bleibt noch was nachzuholen!
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  • Kommentar von Ch. Gerber, Basel
    Todesstrafe hin oder her, selbst in der Verfassung der EU ist es diese noch. Nicht nur im Kriegsfall sondern auch bei Demonstrationen. Siehe Online Version Vertrag von Lissabon. Also was heist hier dunkle Geschichte...
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    1. Antwort von Heiri Kugler, Basel
      Ein Beitritt zur EU wäre also mit den elementarsten Gesetzen der Schweiz nicht vereinbar. Dies ist nur ein Beispiel der unendlichen, unsäglichen "EU-Gesetzgebung".
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    2. Antwort von Markus Frey, Basel
      Die EU zwingt die Todesstrafe keinem Mitgliedsland auf. Art. 2 Abs. 2 der Grundrechtecharta der EU: "Niemand darf zur Todesstrafe verurteilt oder hingerichtet werden." Zudem haben sämtliche Mitgliedsstaaten ein Zusatzprotokoll unterzeichnet, welches die Todesstrafe ausnahmslos verbietet.
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    3. Antwort von Ch. Gerber, Basel
      Herr Markus Frey aus Lausanne. Das ist so nicht ganz richtig. Es ist grundsätzlich Verboten aber eben mit Ausnahmen! Siehe offizielle Webseite: http://eur-lex.europa.eu/legal-content/DE/ALL/;jsessionid=GJCJTJLXm9tY1NtSqmtpL9p3PpmGPYqjPgfb0SGnQNpzX7gvMMTP!2112478130?uri=OJ:C:2007:306:TOC
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  • Kommentar von S. Sugano, Therwil
    Hmm, naja, jedes Land hatte eine dunkle Vergangenheit und die Todesstraffe gibt es heute immer noch in vielen Laendern, sogar in der EU. --> Im Vertrag von Lissabon. Zitat: "...Art. 2 ...Zwar erlaubt er die Vollstreckung einer gerichtlichen Todesstrafe, durch das 6. bzw. 13. Protokoll zur EMRK...Unter bestimmten Bedingungen (z.B. bei Nothilfe, Festnahmen oder der rechtmaessigen Niederschlagung eines Aufstands) ist jedoch nach Art. 2 Abs. 2 auch eine toedliche Gewaltanwendung erlaubt." <--
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