Bieler Sozialhilfequote kann nicht kurzfristig gesenkt werden

Der Kanton zieht nach einem Jahr eine ernüchternde Bilanz: Die hohe Sozialhilfequote der Stadt Biel kann weder einfach noch schnell gesenkt werden. 16 Massnahmen seien zwar eingeleitet worden, sie zeigen aber noch kaum Wirkung. Der Kanton sieht die Ursache auch in der schwierigen Situation in Biel.

Blick auf den Bieler Bahnhofplatz

Bildlegende: Die Stadt Biel (hier der Bahnhofplatz) bleibt Spitzenreiter bei der Sozialhilfequote. SRF

Die Sozialhilfequote der Stadt Biel ist die höchste des Kantons Bern. Das heisst, im Verhältnis zur Bevölkerung beziehen am meisten Leute Sozialhilfe. Seit einem Jahr versuchen die Stadt Biel und der Kanton diese Quote zu senken.

16 Massnahmen seien erfolgreich eingeleitet worden, teilt die kantonale Gesundheits- und Fürsorgedirektion am Donnerstag mit.

Was die Wirkung betrifft, ist die Bilanz aber ernüchternd: Bei der Frühförderung von sozial benachteiligten Kindern und bei der Integration von fremdsprachigen Kindern habe man zwar Fortschritte erzielt. In den Bereichen Arbeits- und Wohnungsmarkt harze es aber. So mussten einzelne Massnahmen sistiert werden. Und Hausbesitzer seien kaum bereit, ihre Liegenschaften zu sanieren, damit sie für Sozialhilfebezüger weniger attraktiv sind.

Der Kanton bleibt trotz dieser durchzogenen Bilanz zuversichtlich: «Nach dem gegenwärtigen Stand der Umsetzung kann davon ausgegangen werden, dass die Sozialhilfequote mittelfristig gesenkt werden kann», heisst es in der Mitteilung.