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Bern Freiburg Wallis Biotech-Multi CSL entscheidet sich für neuen Standort im Seeland

Der australische Pharmakonzern baut sein neues Arzneimittelwerk mit vorerst 300 bis 400 neuen Arbeitsplätzen in Lengnau. Der Kanton Bern hat sich damit in einem dreieinhalbjährigen Standortwettbewerb gegen Singapur durchgesetzt.

Mehr als 20 Orte weltweit buhlten um das neue CSL-Werk. In die Endausmarchung nach einem dreieinhalbjährigen Konkurrenzkampf schafften es Singapur und Lengnau im Berner Seeland. Nach dem Ja des Schweizervolks zur Masseneinwanderungsinitiative im Februar stellten die obersten CSL-Chefs in Australien das Projekt allerdings in Frage. Uwe E. Jocham, der Direktionspräsident der seit 14 Jahren in Bern ansässigen CSL Behring AG, konnte die Bedenken zerstreuen.

Quantensprung für die bernische Standortförderung

Dass sich Bern gegenüber einem asiatischen Tigerstaat durchsetzen konnte, sei «der beste Beweis für die Zukunftsfähigkeit unserer Region als industrieller Werk- und Arbeitsplatz», heisst es in einem Communiqué des Verbands Berner Arbeitgeber. Ins gleiche Horn stösst Volkswirtschaftsdirektor Andreas Rickenbacher: «Wir können beweisen, dass wir als Industriestandort für eine Zukunftsbranche international konkurrenzfähig sind.»

Für die Berner Standortförderung ist die Ansiedlung des neuen CSL-Werks ein Quantensprung und die wahrscheinlich grösste Ansiedlung im Kanton Bern überhaupt. «Wer einen solchen Entscheid fällt, rechnet mit einer Entwicklung über 20, 30, vielleicht 50 Jahre» sagt Uwe E. Jocham mit Blick auf die Langfristigkeit des Projekts. Entscheidend sei gewesen, dass der Konzern mit dem Berner Werk über lange Zeit sehr gute Erfahrungen gemacht habe. Wachstum sei möglich, die Verfahren seien verlässlich, die Qualität der Mitarbeitenden optimal.

Über die Zugeständnisse an den Konzern redet Regierungsrat Andreas Rickenbacher nicht im Detail. Aber er ist überzeugt, dass sich der Deal gerade mit Blick auf seine Langfristigkeit mehr als lohnt.

«Unter 80'000 m2 Land haben wir gar nichts angeschaut»

Für das Werk in Lengnau stehen 120'000 Quadratmeter Bauland der Burger zur Verfügung. Ein weiterer, absolut entscheidender Punkt im Berner Angebot. Die erste Phase bringt Investitionen von 300 bis 400 Millionen Dollar und 300 bis 400 mehrheitlich hochqualifizierte Arbeitsplätze. Im Werk sollen dereinst Medikamente für Bluter produziert werden. Der CSL-Konzern hat heute schon einen Standort im Kanton Bern. Im Stadtberner Wankdorf-Quartier beschäftigt die CSL Behring AG gut 1250 Personen. Das Werk wurde in den letzten Jahren stark ausgebaut, ist ein wichtiger Pfeiler für das australische Mutterhaus und ist der grösste industrielle Arbeitgeber im Kanton Bern.

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4 Kommentare

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  • Kommentar von R.Anderegg, Zürich
    Es ist an der Zeit mit dieser linken Propaganda aufzuräumen, wonach wegen der MEI ausländische Firmen die Schweiz verlassen würden, bzw. an einer Ansiedlung hindern!! Hier passiert genau das Gegenteil!!
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    1. Antwort von Stefan Schurig, 8713 Uerikon
      @ Mit "hier passiert genau das Gegenteil" verdrehen Sie die Fakten. Es ist toll, dass eine CSL in Lengnau TROTZ MEI investiert - der Berner Volkswirtschaftsdirektor Rickenbacher wird z.B. in der Berner Zeitung zitiert: "Rickenbacher wies darauf hin, dass es im Verlauf der Verhandlungen auch schwierige Momente gegeben habe. Besonders das Ja des Schweizervolks zur SVP-Zuwanderungsinitiative sei wenig hilfreich gewesen." Die Schweiz muss zukünftig noch mehr auf ihre anderen Standortvorteile setzen.
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  • Kommentar von M. Tisserand, Schweiz
    Bei Abwanderung kommen die grossen Kommentare, bei Zuwanderung von Firmen bleibt es Randnotiz....merkt man was?
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    1. Antwort von Stefan Schurig, 8713 Uerikon
      @M. Tisserand - nehmen Sie dies nicht etwas einseitig wahr? Wenn Sie "CSL + Lengnau" googeln, werden mehrere Dutzend Artikel und Medienmitteilungen aufgelistet. Die Freude ist vielleicht verhalten, weil ja dieser Entscheid von CSL vor allem auch Ergebnis einer langjährigen Standort-Evaluation vor MEI ist, und man heute noch nicht erkennen kann, ob langfristig andere Auslandinvestoren - wie jetzt im Beispiel CSL - trotz MEI sich für den Standort Schweiz entscheiden beziehungsweise hier bleiben.
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