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Bern Freiburg Wallis Bundesrat von Steiger bleibt Langnauer Ehrenbürger

Der Gemeinderat will Eduard von Steiger die Ehre nicht aberkennen. Hintergrund ist eine Polemik um die Rolle von Steigers in der Flüchtlingspolitik während des Zweiten Weltkriegs.

Porträt (schwarz-weiss) von Eduard von Steiger.
Legende: Eduard von Steiger war während des 2. Weltkriegs Vorsteher des Justiz- und Polizeidepartements. SRF

Von Steiger (1881 - 1962) habe als Justizminister angeordnet, jüdische Flüchtlinge an der Landesgrenze zurückzuweisen, kritisierten die Jungsozialisten kürzlich. Die Gemeinde solle deshalb von Steigers Ehrenbürgerrecht in Langnau widerrufen.

Rückgängig machen will die Gemeinde die Ehrung aber nicht, sagt Gemeindepräsident Bernhard Antener gegenüber dem SRF-Regionaljournal. Die Geschichte des zweiten Weltkrieges und die Flüchtlingspolitik der damaligen Landesregierung könne er nicht rückgängig machen. Auch nicht mit dem Widerruf des Ehrenbürgerrechts 50 Jahre nach dem Tod von Steigers.

Justizminister während des Krieges

Eduard von Steiger wurde 1881 in Langnau im Emmental geboren. Im Dezember 1940 wurde er in den Bundesrat gewählt. Er war zur Zeit des 2. Weltkriegs Vorsteher des eidgenössischen Justiz- und Polizeidepartements. In dieser Funktion prägte er die damalige Schweizer Flüchtlingspolitik – der Erlass zur Grenzsperre für jüdische Flüchtlinge stammte aus seinem Departement.

1944 verlieh ihm die Gemeinde Langnau das Ehrenbürgerrecht.

Legende: Video Von Steiger's Ehrenbürgerrecht abspielen. Laufzeit 2:38 Minuten.
Aus Tagesschau vom 17.02.2013.

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13 Kommentare

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  • Kommentar von B. Kerzenmacher, Frauenfeld
    "dieses traurige Kapitel der Schweizer Geschichte weiter thematisiere, sei die JUSO zufrieden" Aber, aber JUSO! Warum wieder so schrecklich zurückhaltend? Sagt es doch in euren eigenen Worten, auf was ihr abzielt. In etwa so: "Die Grenzen sind vollständig zu öffnen, jeder erhält ein Aufenthaltsrecht und die CH erträgt ohnehin mühelos 12 oder 15 Millionen Menschen". Übrig bleibt dann allerdings noch die Frage mit den schwindenden Ressourcen.
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  • Kommentar von Heini Maurer, Egg
    Alt-Bundesrat Steiger das Ehrenbürgerecht aberkennen. Das ist wieder mal typisch, junge, lange nach dem 2. Weltkrieg geboren, wollen dies beurteilen. Die sollen zuerst mal ewas liefern und nicht nur lavern ! Ich, Jahrgang 1935 habe den Krieg mit den Eltern noch erlebt, meine Mutter musste den Hof bewirtschaften, der Vater war fast immer im Dienst - für unser Vaterland !
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  • Kommentar von Marlies A., Sch
    L. Kunz Auch ich bin der Meinung aus Fehler kann man lernen, aber was heisst dies, gilt dies nur für diejenigen die eine andere Meinung haben, oder gilt dies für alle? Auch die Sozalisten machen Fehler in dem sie andere Meinungen nicht zulassen, leider und glauben von der Unschuld besehlt zu sein. Wir alle sind unvollkommene Menschen mit Stärken und Schwächen. Sozial finde ich ist, wenn man auch andere Meinungen zuläst und Meinungsfreiheit auch lebt und nach dem Frieden strebt, Lösungen zu...
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