«Das Bundesasylzentrum ist kein Gefängnis»

Die Bevölkerung unterstützt das geplante Bundesasylzentrum in Bern. Trotzdem wird der Einzug der Asylsuchenden minutiös geplant – auch wegen Sicherheitsbedenken.

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Bundesasylzentrum im Ziegler-Spital

3:32 min, aus Schweiz aktuell vom 30.10.2015

Karte

Bildlegende: Das Areal wird umzäunt (grüne Linie). zvg/Google Maps

Voraussichtlich im Frühling 2016 ziehen 350 Asylsuchende in das ehemalige Zieglerspital in Bern. Am Donnerstagabend informierten die Behörden die Bevölkerung und erhielten viel Zuspruch. Einzelne äusserten jedoch Sicherheitsbedenken.

«Diese Ängste nehmen wir ernst», verspricht Martin Reichlin vom Staatssekretariat für Migration. «Uns ist der Austausch mit der Bevölkerung wichtig», so Mediensprecher Reichlin.

Es gebe eine Begleitgruppe mit Behördenvertretern und Leuten aus dem Quartier. Für einen reibungslosen Betrieb sollen auch die verschiedenen Regeln im Asylzentrum sorgen.

Viele Regeln

Es gilt ein Alkoholverbot, die Bewohner dürfen das Zentrum nur tagsüber und am Wochenende verlassen. Sie müssen sich jeweils an- und abmelden. Sanktionen sind möglich. Zudem wird um das ganze Areal einen Zaun aufgebaut.

«Diese Massnahmen sind nötig, damit der Betrieb funktioniert», sagt Reichlin und betont, dass die Menschen nicht eingesperrt werden. «Es ist kein Gefängnis.»

Käser erleichtert

Weil Bern das Bundesasylzentrum erhält, muss sich der Kanton um weniger Asylsuchende kümmern. Der verantwortliche Regierungsrat Hans-Jürg Käser ist erleichtert, dass nun zusätzliche Plätze zur Verfügung stehen. Trotzdem gehe die Suche nach weiteren Unterkünften im Kanton weiter.