Das Kunstmuseum Bern bringt eine unbekannte Künstlerin ans Licht

Seit 60 Jahren arbeitet die Berner Künstlerin Meret Meyer Scapa praktisch im Verborgenen. Kein einziges ihrer Werke befindet sich in einer öffentlichen Sammlung. Nun öffnet das Kunstmuseum Bern die Türe zumindest einen Spalt breit und gewährt einen Blick auf das geheimnisvolle Werk.

Als enigmatisch bezeichnen die Museumsverantwortlichen das Werk von Meyer Scapa. Es entstand in einer Welt ohne Fremdeinflüsse und ist darum «umso authentischer, fremder und unergründlicher».

Aussenstehenden gab die Künstlerin keinerlei Auskunft über Entstehung, Datierung und Inhalt ihrer Bilder, Collagen und plastischen Objekte. Nur ein einziges Mal hat sie sich bisher zu einer Ausstellung überreden lassen. «Ich hatte nie die Möglichkeit, mit der Künstlerin zu sprechen. Sie war zwar im Haus, hat sich mir aber nie gezeigt», erzählt Museumsdirektor Matthias Frehner im «Regionaljournal Bern Freiburg Wallis» von Radio SRF.

Ein spezielles Geburtstagsgeschenk

Zu ihrem 85. Geburtstag taucht die Künstlerin aus der Verborgenheit auf und gewährt einen Blick auf ihr über mehr als 60 Schaffensjahre umfassendes Oeuvre. «Die Ausstellung und das Buch dazu sollen ein Geburtstagsgeschenk sein», sagt ihr Mann Ted Scapa. Seine Frau habe sich anfänglich dagegen gewehrt, ihre Bilder auszustellen, nun sei sie aber mit dem Resultat zufrieden, erzählt er.

«Meret hat es verdient, auch mal im Mittelpunkt zu stehen, sie und ihr künstlerisches Schaffen gingen in unserer Grossfamilie unter.» Während Meret Meyer Scapa fernab der Öffentlichkeit künstlerisch tätig war, gehört ihr Mann, Ted Scapa, zu den bekanntesten Malern und Zeichnern der Schweiz. Meret Meyer Scapa und ihr Mann Ted Scapa leben in Vallamand am Murtensee.

Die Ausstellung im Kunstmuseum Bern dauert vom 4. April bis am 3. Mai.