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Bern Freiburg Wallis «Die Zukunftsängste werden die Medienbranche weiterhin begleiten»

Zum 25. Mal fand der Berner Medientag statt. Technologischer Wandel, schrumpfende Budgets und Zukunftsängste prägen die Diskussionen auch am Jubiläum. Und diese Themen würden der Medienbranche erhalten bleiben, sagt der Berner Medienjournalist Nick Lüthi im Gespräch.

Podium, Publikum, Fernsehkamera im Vordergrund.
Legende: Der Berner Medientag stand auch dieses Jahr im Zeichen des Umbruchs der Branche. Andreas Lüthi / SRF

Zwei Tageszeitungen, drei Lokalradios, ein Lokalfernsehen, Lokalseiten in Pendlerzeitungen und viele kleinere journalistische Produkte - die Berner Medienlandschaft ist nach wie vor vielfältig. Trotzdem dominierten am Medientag, dem jährlichen Branchentreffen der Journalistinnen und Journalisten auf dem Platz Bern, das Thema Krise und Zukunftsängste.

«Wir sehen heute zum Teil eine Scheinvielfalt», sagt Mitorganisator und Medienjournalist Nick Lüthi an der Jubiläumsveranstaltung im Gespräch mit dem Regionaljournal Bern Freiburg Wallis von Radio SRF. «Bund» und «Berner Zeitung» seien in der Berichterstattung dünner geworden. Lokalradios berichteten weniger über Politik. Die Berichterstattung über kantonsweite Themen seien ausser in der Berner Zeitung fast ganz gänzlich verschwunden.

Positiv vermerkt Nick Lüthi, dass es in der letzten Zeit eine Stabilisierung gegeben habe in der Medienlandschaft. «Bern hat noch zwei Tageszeitungen, das ist für Städte in der Grösse von Bern selten», sagt Lüthi. Positiv sei weiter, dass die Berichterstattung über Stadtberner Themen mindestens gleich gut sei wie vor 25 Jahren, als der Medientag ins Leben gerufen wurde. Das sei der Konkurrenz der Tageszeitungen zu verdanken. Besser geworden in der Berichterstattung sei Telebärn. «Telebärn ist heute ein vollwertiger Nachrichtensender, die Professionalisierung ist sehr gross», sagt der Medienjournalist Nick Lüthi.

Unterentwickelt sei der Platz Bern bei den Online-Medien. Es gebe in der Stadt- und Region Bern wenige Online-Plattformen, die sich ausserhalb der traditionellen Medien etablieren haben können. Einzelne Versuche, wie zum Beispiel das «Journal B» stagnierten auf bescheidenem Niveau. Zu erklären sei das vor allem mit der nach wie vor guten Abdeckung der Themen durch die traditionellen Medien in der Stadt Bern. Über Social Media, Twitter und Facebook würden wie überall vor allem die Inhalte der traditionellen Medien verbreitet.

Für die nächsten 25 Jahre erwartet Medienjournalist Nick Lüthi ähnliche Diskussionen wie bisher. «Es wird wieder Medientage geben, bei denen die Krise im Zentrum steht», sagt Lüthi. Das werde spätestens dann geschehen, wenn es den nächsten Konzentrationsschritt gebe. Insbesondere wisse man nicht, wie lange die Tageszeitung «Bund» in der heutigen Form existiere. Und auch weiterhin werde der technologische Wandel weiter gehen und der Druck auf die Journalisten zunehmen.

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1 Kommentar

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  • Kommentar von Hans Haller (panasawan)
    Natürlich haben wir eine "Schein-Medien-Vielfalt", nur wird dies heute (kurz) als Mainstream beszeichnet. Da sorgen zahlreiche embadded ones für reichlich gleichförmige Berichtserstattung. Pressefreiheit, das war mal, jetzt nutzt man dies als PR-Instrument und es gleicht schon fast an eine verordnete "Brot & Spiele"-Kultur.
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