Ein Leben im Dienste der Anderen

Die Burgergemeinde der Stadt Bern ehrt die «Heilpädagogische Lebensgemeinschaft Hofmann» mit dem Sozialpreis 2013. Der Preis gilt vor allem dem Ehepaar Terry und Paul Hofmann - zwei, die ihr Leben seit 25 Jahren in den Dienst von anderen stellen.

Terry und Paul Hofmann.

Bildlegende: Terry und Paul Hofmann: «Wir sind vom Sinn umzingelt.» SRF

12 Uhr, die Familie Hofmann sitzt am Mittagstisch: Die Eltern Paul und Terry Hofmann, sowie vier ihrer sieben Pflegekinder. Die Kinder wohnen seit der Geburt bei Hofmanns. Ein Kind wurde ausgesetzt, die drei anderen kamen mit Müttern in die Lebensgemeinschaft, welche mit ihrem Kind überfordert waren.

Neben sieben Pflegekindern haben Hofmanns auch zwei leibliche Kinder. Ausserdem betreuen sie in der Lebensgemeinschaft auch Mütter mit Kindern, denen die Aufgaben als Mutter über den Kopf wächst.

«Es war nie geplant, dass wir zu einer Institution mit 15 Plätzen und 12,6 Vollzeitstellen werden», sagt Paul Hofmann im «Regionaljournal Bern Freiburg Wallis» von Radio SRF. Sie hätten einfach immer versucht, Bedürfnisse abzudecken, so sei ein Ast nach dem anderen entstanden.

Das Haus von aussen.

Bildlegende: Das Zuhause der Hofmanns in der Elfenau. SRF

Angefangen hat die Lebensgemeinschaft 1985, als Hofmanns ein Haus in der Elfenau kauften. Terry Hofmann hatte aus erster Ehe bereits ein Pflegekind, bald kamen weitere dazu, 1990 machten beide die Lebensgemeinschaft zu ihrem Beruf, seit 1994 haben sie einen Leistungsvertrag mit dem Kanton, mittlerweile haben sie noch ein zweites Haus gemietet, um genügend Platz zu haben.

«Wir sind mehr als eine Wohngemeinschaft, wo es darum geht, wer wann putzt», sagt Terry Hofmann, «aber auch nicht ganz eine Familie: Jeder soll selber entscheiden können, wie viel Nähe er will».

Weitere Auszeichnung für ein Brückenangebot

Ebenfalls einen Sozialpreis der Burgergemeinde Bern erhält das «Haus für Pflege». Die Burgergemeinde ehrt damit namentlich Gründerin Doris Klossner-Eicher, welche «mit dieser schweizweit einzigartigen Pioniertat» ein Brückenangebot geschaffen habe zwischen Spital, Spitex und Pflegeheim. Beide Institutionen erhalten je 25'000 Franken.