«Ein Nuntius sollte sich diplomatisch verhalten»

Pfarreien ohne Priester sollen schliessen. Gegen diese Forderung des Nuntius wehrte sich die Katholische Kirche Region Bern in einem offenen Brief. Gemeindemitglieder reagierten positiv. Der Vertreter des Papstes in der Schweiz aber schweigt.

Zu sehen ist der Nuntius Thomas Gullickson auf dem Bundesplatz.

Bildlegende: Der Nuntius Thomas Gullickson am traditionellen Neujahrsempfang Mitte Januar in Bern. Keystone

Zwei Wochen sind vergangen, seit dem die Katholische Kirche Region Bern den Vertreter des Papstes in der Schweiz, Thomas Gullickson, in einem offenen Brief dazu aufgefordert hat, die Kirchen der Region besser kennenzulernen.

Ein Gespräch zwischen dem Nuntius und den Berner Katholiken hat seither noch nicht stattgefunden. «Der Nuntius hat nicht reagiert», sagt Co-Dekan Abbé Christian Schaller. «Wir haben aber Geduld.»

Reaktionen kamen hingegen aus der Gemeinde und sogar aus dem Ausland. «Viele Leute waren dankbar, dass wir auf die Äusserungen von Nuntius Thomas Gullickson reagiert haben», so Schaller.

Bistum Basel steht hinter der Kritik an Gullickson

Die Berner Pfarreien unterstehen operativ dem Bistum Basel und damit Bischof Felix Gmür. Laut Mediensprecher Hansruedi Huber steht man dort klar hinter der Kritik an Thomas Gullickson.

Ein Nuntius könne natürlich sagen, was er wolle, so Huber, «aber als Diplomat sollte er sich auch diplomatisch verhalten und nicht wie ein Cowboy in einen Salon kommen und um sich herumballern.»

Thomas Gullickson wurde im Oktober vom Papst nach Bern berufen. Er stammt ursprünglich aus den USA. Gegenüber dem «Regionaljournal Bern Freiburg Wallis» wollte er nicht Stellung nehmen.

(Regionaljournal Bern Freiburg Wallis, 6:32 / 17:30 Uhr)

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