Eine Welt für mobile Menschen: die «Welle 7» am Bahnhof Bern

Beim Bahnhof Bern wird nächsten Montag die «Welle 7» eröffnet. Die Migros Aare nennt es ein «urbanes Konzeptcenter» – sie will auf acht Etagen all das anbieten, was mobile Menschen unterwegs benötigen

Mobile Menschen, so vermutet die Migros, wollen überall arbeiten können. Sie möchten sich mit anderen mobilen Menschen zu Sitzungen treffen, zwischendurch vielleicht die Kleider waschen lassen, den Hunger stillen und Einkäufe erledigen. Womöglich haben sie gerade Kinder dabei, die sie zwei Stunden in fremde Obhut geben möchten.

All diese Bedürfnisse will die Migros Aare abdecken. Sie hat deshalb im Berner Postparc-Komplex gleich das ganze Gebäude gemietet, das westlich der Schanzenstrasse steht. 50'000 Menschen strömen hier täglich vorbei und sind das hauptsächliche Zielpublikum der «Welle 7», sagt der Geschäftsleiter der Migros Aare, Beat Zahnd, am Donnerstag vor den Medien. «Wir rechnen mit täglich über 25'000 Pendler, die in unser Center kommen.»

Essen, lernen, Sport treiben

Empfangen werden die Besucher im Erdgeschoss von einer Reihe von Imbissständen und Foodlokalen. Mobile Menschen, so vermutet die Migros, wollen sich rasch ernähren, aber das Essen soll eben auch lecker und gesund sein. Darauf hat der Grossverteiler bei der Auswahl migros-fremder Anbieter tunlichst geachtet.

Der klassische Supermarkt wird zu einem «urbanen Marktplatz», und eine kleine Melectronics-Filiale für den eiligen Käufer gibt es auch. Die Migros-Klubschule konzentriert ihre Berner Angebote künftig in der «Welle 7» und im Wankdorf. Mit neuen Angeboten richtet sie sich gezielt an Pendler und Berufstätige.

Sie sollen sich von frühmorgens bis spätabends weiterbilden können – oder auch Sport treiben. Dafür gibt es ebenfalls Räumlichkeiten. Virtuelle Trainer – immer guter Laune und stets verfügbar – exerzieren auf Grossleinwänden die Übungen vor.

Sitzungsräume für alle

Grosse Hoffnungen setzt die Migros auf die Geschosse 3 bis 7: Dort gibt es viele individuell gestaltete Räumlichkeiten für Sitzungen, Seminare, Schulungen und Brainstormings. Jedermann soll kurzfristig übers Internet einen geeigneten Raum buchen können; Angebote gibt es ab 50 Franken die Stunde.

Besonders stolz schienen die Verantwortlichen bei der Präsentation auf den sogenannten Co-Working-Space, der Platz bietet für Leute, die ortsunabhängig arbeiten und «ein temporäres Zuhause innerhalb einer kreativen Community» suchen, wie es die Migros ausdrückt. Auf Deutsch: Ein Werbetexter soll hier an seinem Produkt arbeiten und mit etwas Glück auch gleich den geeigneten Fotografen kennenlernen.

Was mobil Arbeitende sonst noch brauchen könnten, finden sie in den Geschossen 0 bis 2. Dort können sie sich zum Beispiel Briefe und Pakete in die «Collect-Lounge» liefern lassen. Konkret: Man bestellt ein Kleid bei einem Onlineanbieter, probiert es in einer Umkleidekabine in der «Welle 7» an und schickt es bei Nichtgefallen gleich zurück.

«  Innert zwei Jahren wird das Konzept zu hundert Prozent den Kundenbedürfnissen entsprechen. »

Beat Zahnd
Geschäftsführer Migros Aare

In vielerlei Hinsicht betritt die Migros am Bahnhof Bern Neuland. 55 Millionen Franken hat sie investiert. Nun will sie der «Welle 7» einige Zeit geben, um sich zu bewähren. Innert zwei Jahren solle das neue Zentrum zum Laufen gebracht werden und das Konzept komplett den Kundenbedürfnissen entsprechen, sagt Beat Zahnd, Geschäftsleiter der Migros Aare.

Für das Publikum offen ist die «Welle 7» ab kommenden Montag. Lanciert wird das neue Angebot mit einer Eröffnungswoche, in deren Verlauf auch Konzerte und andere Veranstaltungen die Leute anlocken sollen.

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