Einheimische kaufen in Jaun das letzte Hotel, um es zu retten

Das einzige Hotel im Tourismusort ist seit einem halben Jahr geschlossen. Einheimische haben eine Aktiengesellschaft gegründet. Diese kauft noch diese Woche das Hotel Wasserfall.

Von Jaun aus führt der Jaunpass ins Berner Oberland. Die kleine Berggemeinde mit 700 Einwohnern lebt grösstenteils vom Tourismus. Von Skifahrern im Winter, Wanderern und Kletterern in den Gastlosen im Sommer.

Heute müssen Touristen einige Kilometer fahren, nach Im Fang oder Charmey, wenn sie ein warmes Essen oder ein Bett wollen. «Ein Dorf das Touristen anziehen will, braucht eine Beiz und ein Hotel», sagt Laurent Schouwey. Er ist Verwaltungsrat der Aktiengesellschaft, welche das Hotel kauft. Jaun ist die einzig deutschsprachige Gemeinde im freiburgischen Greyerzbezirk. Eine Fusion mit der französischsprachigen Nachbargemeinde Charmey kommt zurzeit nicht in Frage. «Wir betreiben ein gemeinsames Altersheim», sagt Gemeindepräsident Jean-Claude Schouwey.

Jaun hat einen der höchsten Steuersätze des Kantons. Für Investitionen ist die arme Gemeinde auf Patenschaften reicher Schweizer Gemeinden angewiesen. Jaun kämpft seit Jahren gegen Abwanderung. Die Hälfte der arbeitenden Bevölkerung pendelt. Es braucht Mietwohnungen für junge Familien. Immerhin können die Kinder bis und mit Oberstufe im Dorf die Schule besuchen.