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Bern Freiburg Wallis Endlich grünes Licht für den neuen Ligerz-Bahntunnel

Grosses Aufschnaufen am Bielersee: Bis 2025 will die SBB den neuen, doppelspurigen Ligerz-Bahntunnel gebaut haben. Er befreit das Dorf Ligerz von Lärm, Staub und Gefahr. Und er lässt zudem die letzte einspurige Bahnstrecke zwischen der Deutschschweiz und der Romandie verschwinden.

Der neue SBB-Doppelspurbahntunnel zwischen Chly-Twann und Schafis steht bis 2025.
Legende: Die Wunsch-Variante der Region: Der neue SBB-Doppelspurbahntunnel zwischen Chly-Twann und Schafis steht bis 2025. zvg SBB

«Es ist ein sehr guter Tag heute für die Region und für unser Dorf» freute sich am Dienstag Andreas Fiechter, Gemeindepräsident von Ligerz am Bielersee. Mit dem Entscheid der SBB, bis 2025 einen doppelspurigen Bahntunnel zwischen Chly-Twann und Schafis zu bauen, nähert sich ein jahrzehntelanger Kampf seinem Ende.

Wir freuen uns nicht nur auf weniger Lärm. Sondern auf mehr Sicherheit und Lebensqualität
Autor: Andreas FiechterGemeindepräsident von Ligerz

Denn in Ligerz donnern pro Tag 250 Züge unmittelbar an den Häusern vorbei - alle sechs Minuten ein Zug, in der Nacht die lärmigen Güterzüge. «Es ist nicht nur der Lärm, auf den wir gerne verzichten», sagt Andreas Fiechter. «Es ist auch eine Sicherheitsfrage. Man darf nicht daran denken, was passiert, wenn mitten in den Häusern zum Beispiel ein Güterzug mit Öl verunglückt.»

Die Wunschvariante der Region

Nun hat sich die SBB für die Wunschvariante entschieden, erarbeitet zusammen mit der Region, den Gemeinden und den Umweltschutzverbänden. Es gibt einen gut zwei Kilometer langen Doppelspurtunnel, parallel zum bestehenden Autobahntunnel. Das endgültige Projekt rechnet mit Kosten von 380 bis 420 Millionen Franken. Ein Projekt, das für die Bauherren der SBB ein Optimum an Schutz bietet für die Landschaft, das Grundwasser und die archäologischen Fundstätten.

Das östliche Tunnelportal ist ausserhalb von Twann vorgesehen, das westliche in Schafis beim Ausgang des Autobahntunnels.

Mit dem Neubau verschwindet zudem ein verkehrstechnisches Nadelör. Es sind die letzten 1,8 Kilometer Einspurstrecke auf der Jurasüdfusslinie.

Für Ligerz ist die alte Lebensqualität absehbar

Wenn der neue Tunnel 2025 in Betrieb geht und die alte Strecke zurückgebaut ist, hat das Bielersee-Dorf Ligerz wieder uneingeschränkten Zugang zum See - wie vor Jahrzehnten, als noch keine Bahnlinie und noch keine Autobahn das Dorf vom Wasser trennte. «Wir machen uns schon jetzt Gedanken, was wir mit der neuen Situation anfangen wollen, auch wenn es noch viel zu tun und zu planen gibt», sagt Andreas Fiechter.

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4 Kommentare

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  • Kommentar von Anita Kempler, Bern
    Eigentlich sollte schon längst die gesamte Bahnstrecke und Nationalstrasse zwischen Biel und Neuenburg in den Berg verschwinden. Die Region ist so zauberhaft schön und bietet ein einmaliges Erholungsgebiet wie ich es in der Schweiz kaum irgendwo kenne.
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  • Kommentar von Michael Schreiber, Basel
    "Es sind die letzten 1,8 Kilometer Einspurstrecke auf dem Schienennetz zwischen Bodensee und Genfersee." Hat sich der Journalist eigentlich überlegt, was für einen Blödsinn er da geschrieben hat? Ist die Strecke Bern-Fribourg-Lausanne einspurig? Ein schönes Beispiel für eine schlampige Recherche. Schade.
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  • Kommentar von Rolf Bolliger, Orpund
    Warum baute man damals, als die Umfahrungsstrasse zwischen Twann und Schafis in den Berg verlegt wurde, nicht auch gleichzeitig den Bahntunnel? Die Baumaschinen und die ganze Bauinfrastruktur wurde abgebaut und abtransportiert. Nun wird alles wieder herbeigekarrt und neu installiert, um endlich das 1-spurige Nadelöhr der SBB, zwischen Biel und Lausanne auch mit einem Tunnel zu beseitigen! Es gäbe noch viele solche unüberlegte und unkoordinierte Planungen und Bauten im Land! Schildbürger-Streich!
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    1. Antwort von Urs Müller, Liestal
      In dieser Hinsicht grösste Schildbürgerstreich ist, dann man damals beim Lötschbergbasistunnel das letzte Drittel nicht im Rohbau ausgehauen hat. Die heutigen prognotizierten Kosten liegen etwa beim Faktor 15 zu dem, was es damals gekostet hätte.
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