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Entlastung für Eltern Berner Sonderschulen sollen unter das Dach der Volksschule kommen

Bis anhin wurden betroffene Kinder aus der Volksschule «ausgeschult» – und Eltern mussten einen Platz für sie suchen.

Sonderschulen sollen im Kanton Bern künftig nicht mehr ein von der öffentlichen Schule getrenntes System sein. Der Grosse Rat hat am Dienstag einem Bericht zugestimmt, der vorsieht, dass Sonderschulen unter das Dach der Volksschule kommen.

Das ist ein Meilenstein in der Schulgeschichte.
Autor: Christine GroggBerner Grossrätin EVP

Der einstimmige Entscheid des Parlaments sei geschichtsträchtig, sagte etwa EVP-Grossrätin Christine Grogg. «Geschichtsträchtig, weil Kinder aufgrund ihrer Einschränkungen nicht Teil der Volksschule sein durften.»

Eine solche «andere Welt» für Kinder und Jugendliche mit einer Behinderung oder psychosozialen Beeinträchtigung wolle man nicht mehr, sagte Erziehungsdirektor Bernhard Pulver im Rat.

Neu sucht Volksschule geeigneten Platz

Für betroffene Eltern dürfte der Systemwechsel zu einer Entlastung führen. Bis anhin wurden betroffene Kinder aus der Volksschule «ausgeschult». Für sie war danach die Gesundheits- und Fürsorgedirektion zuständig.

Die Entlassung aus der Volksschule bedeutete insbesondere auch, dass die Eltern für die Kinder selber einen geeigneten Platz in einer sonderpädagogischen Institution suchen mussten. Für die meisten der ohnehin schon stark belasteten Eltern war das eine weitere schwere Bürde.

Neu wird nun die Volksschule einen Platz für die betroffenen Kinder suchen. Dies soll in Absprache mit Eltern und Institutionen geschehen, wie Erziehungsdirektor Bernhard Pulver am Dienstag vor dem Grossen Rat versprach.

Weiterhin Sonderschulen und Regelschulen

Im Kanton Bern erhalten aktuell rund 2600 Kinder und Jugendliche Sonderschulbildung. Davon besuchen rund 2100 eine Sonderschule, die restlichen knapp 500 sind in der Regelschule integriert. Auch mit dem neuen System wird es weiterhin Sonderschulen und Regelschulen geben, wie Erziehungsdirektor Bernhard Pulver am Dienstag vor dem Grossen Rat betonte. Und auch am Verhältnis von Kindern in Sonderschulen und solchen, die in Regelschulen integriert werden, soll sich nichts ändern.

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3 Kommentare

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  • Kommentar von Rolf Bolliger (rolf.bolliger@quickline.ch)
    Wenn ich die vielen "ablehnen" unter den 2 Aeusserungen sehe, frage ich mich, was aus unserer einstigen selbstverantwortlichen und leistungsbereiten Gesellschaft geworden ist! Nun, es sind wohl kaum leistungsbereite "Nein"-Stimmende und auch keine voll arbeitende und steuerzahlende Stimmbürger(innen), die wissen, dass wir in einem rohstofflosen Land leben und nur gute und prall gefüllte "Schulsäcke" zum weltweit wohlhabenden Kleinstaat beitragen können! Ein offenbar "unbeliebtes Faktum"!
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  • Kommentar von Rolf Bolliger (rolf.bolliger@quickline.ch)
    Fortsetzung des ersten Beitrages: Wenn nun diese Kinder einfach in die normale Volksschul-Klassen eingegliedert werden, wird das für die "normal lernfähigen" Schüler(innen) einen gehörigen "Brems-Klotz" und eine negative Behinderungs-Barriere ! Wollten oder konnten das die Grossräte(innen) nicht erkennen, als sie leichtfertig dieser Eingliedeung zustimmten? Nun, als Grossvater (und alter "Grufti" sollten einem solche politische Fehlentscheide eigentlich nicht mehr aufregen oder beschäftigen!
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  • Kommentar von Rolf Bolliger (rolf.bolliger@quickline.ch)
    Vor 70 Jahren gab es die Primarschule (1.-5. Klasse), die Sekundarschule (6.-9. Klasse) und die Bezirksschule (auch 6.-9. Klasse). Daneben gab es eine Hilfsschule (für "Schwachbegabte"), die in jeder Beziehung einfach nicht fähig waren das Alphabet und die einfachste Math. zu begreifen und zu lernen), Heute sind und kommen diese Schüler in die Sonderschul-Ausbildung! Es sind meistens nicht "Schwachbegabte", sondern Kinder aus völlig fremden Kulturen, denen auch die Eltern nicht beistehen können!
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