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Bern Freiburg Wallis Evangelikales Engagement im Bundesasylzentrum Thun ist umstritten

Verschiedene evangelische Freikirchen der Region Thun wollen sich bei den Asylsuchenden im Bundes-Asylzentrum auf dem Thuner Waffenplatz engagieren. Das stösst auch auf Skepsis.

Flüchtlinge stehen hinter Abschrankungen auf dem Thuner Waffenplatz
Legende: Am 18. Dezember 2015 sind die ersten Flüchtlinge in eine Panzerhalle auf dem Thuner Waffenplatz eingezogen. Keystone

Vergangenen Freitag haben sich in Thun 26 Vertreter von verschiedenen evangelischen Freikirchen, Landeskirchen und Hilfswerken getroffen. «Wir wollten die Hilfsangebote im Zusammenhang mit dem Bundesasylzentrum in Thun koordinieren», sagt EVP-Grossrat Marc Jost. Viele Hilfswerke und Kirchen seien bei den Migranten bereits jetzt aktiv, man wolle die Angebote bei Bedarf ergänzen.

Über Glaubensfragen reden ist für viele Flüchtlinge normal.
Autor: Marc JostEVP-Grossrat aus Thun

Bestehende Angebote an andern Orten seien etwa Kultur- und Sprachkurse, Fussballspielen mit Jugendgruppen oder Treffpunkte für Asylbewerber ausserhalb ihrer Unterkünfte, in Räumlichkeiten der Kirchen. Solche Aktivitäten seien das Verbindende. «Dass man dabei auch über Glaubensfragen spricht, ist für viele Flüchtlinge ganz normal», sagt Marc Jost. Schliesslich kämen viele dieser Menschen aus Kulturen, in denen Gott und die Religion omnipräsent seien.

Missionieren ist für Freikirchen zentral.
Autor: Regina SpiessFachstelle Infosekta

Kritisch gegenüber dem Engagement von Freikirchen bei Asylsuchenden ist Regina Spiess von Infosekta, einer Fachstelle für Sektenfragen. Grundsätzlich sei es begrüssenswert, wenn sich Leute um die Flüchtlinge kümmerten. «Es wird unserer Meinung dort schwierig, wo ein Engagement mit irgendeiner Form von Mission verbunden wird», sagt Regina Spiess. Ob das beim Einsatz der Thuner Freikirchen der Fall sei, könne sie nicht beurteilen. «Doch der Missionsauftrag steht bei Freikirchen und jeder Art von evangelikalem Glauben im Zentrum.»

Marc Jost sagt zur Frage, ob die Thuner Freikirchen bei den Asylsuchenden missionieren wollten: «Die Mission der Kirche ist es immer, die Nächstenliebe zu leben.» Es sei der Auftrag der Kirche, den Menschen in jedem Lebensbereich zu dienen. «Das kann auch ein geistliches Angebot sein, wenn es diese Menschen wünschen.»

5 Kommentare

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  • Kommentar von Mark Stalden (Mark)
    Ja es ist Gut das die Kirchen was macht mit denn Flüchtlingen. Auf der anderen Seite wird Missioniert was das zeug hält.Wenn da Herr Jost seine Geistlichen Angebote verteilt die sehr einseitig sind muss man sich schon Fragen ob die Bahrherzigkeit nicht eiskaltes kalkül ist um die Schwindende Gemeinde zu Regenerieren. Wenn man sieht wie jeder der Frei,Landes,reform. Kirchen die Wahrheit für sich gepachtet hat vergeht einem der Glauben. Ist ja alles Freiwillig niemand wird gezwungen.Amen
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  • Kommentar von Jeanôt Cohen (Jeanot)
    Die erwähnte Klub, infosekta ist von wemm eingesetzt? Autorisiert? Ich vermute das es sich um eine links gerichtete selbstherrliche "Spezialisten" Klub handelt, die auch hier arroganter weise sich anmasst neutral und allwissend zu sein, und deswegen auch über die Menschen im not zu bestimmen und vorzuschreiben was gut und nicht gut ist für dehnen.
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  • Kommentar von Bea Etter (Bea Etter)
    Vom bequemen Bürostuhl aus lässt es sich gut gegen "missionierende" Christen schiessen. Haben Sie liebe Damen und Herren "Infosekta" tatkräftig Menschen am Rande unterstützt einfach um der Nächstenliebe-Willen? Es sind oft Christen die sich für Menschen am Rande einsetzten ohne Gegenleistung. Es ist ja nicht so, dass Moslems oder Andersgläubige deswegen die Kirchen einrennen würden und trotzdem es wird geholfen! Flüchtlinge sind sehr wohl imstande zu entscheiden welchen Glauben sie leben wollen.
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