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Bern Freiburg Wallis Fährt der BLS-Lötschberger bis nach Domodossola?

Die BLS will der SBB den Regionalverkehr zwischen Brig und Domodossola und den Autoverlad durch den Simplontunnel streitig machen. Das Berner Bahnunternehmen bewirbt sich um die Konzession. Ihr Angebot: Der Regionalzug Lötschberger fährt von Bern bis Domodossola.

Der BLS-Regionalzug Lötschberger.
Legende: Der Lötschberger, zwischen Bern und Brig unterwegs, soll bis Domodossola fahren, so will es die BLS. zvg BLS

Seit vielen Jahren betreibt die SBB zusammen mit ihrer Tochtergesellschaft RegionAlps den Regionalverkehr zwischen Brig und Domodossola. Pro Tag fahren zurzeit vier Züge hin und zurück, dazu verkehrt der Autoverland Brig-Iselle im Anderthalbstunden-Takt.

Aber jetzt schreibt die Region Piemont mit Sitz in Turin die Konzession neu aus. Und da wittert die Berner Bahnunternehmung BLS ihre Chance, der SBB den Auftrag abzuluchsen, so schreibt am Mittwoch die Oberwalliser Zeitung «Walliser Bote».

BLS: Mehr Leistung für weniger Geld

BLS-Projektleiter Urs Hochuli bestätigt diese Absichten. «Wir sind in der Lage, ein besseres Angebot zu günstigeren Konditionen anzubieten», sagt er im Gespräch mit dem SRF-Regionaljournal Bern Freiburg Wallis. Kern des Angebots ist eine Verlängerung des Regionalzugs «Lötschberger».

Dieser fährt zurzeit im Stundentakt zwischen Bern und Brig und könnte bis Domodossola verlängert werden. Es würde dem Anliegen der Italiener entsprechen, mindestens einen Zug mehr pro Tag zu führen. Beim Autoverlad könne die BLS die Synergien mit ihrem Autoverlad am Lötschberg nutzen und in Spitzenzeiten einen Stundentakt durch den Simplon anbieten. All das sei ohne zusätzliches Rollmaterial zu bewerkstelligen.

Hohe Wertschöpfung auf der Strecke Bern-Domodossola

Eine Studie der Fachhochschule Bern ortet auf der Achse Bern-Domodossola ein vorab touristisches Wertschöpfungspotenzial von bis zu 70 Millionen und mehrere hundert Arbeitsplätze. Dieser Mehrwert will die BLS auch bei den Verhandlungen mit Italien in die Wagschale werfen.

Denn die Region Piemont ist möglicherweise an einer besseren Verbindung nach Norden bis nach Bern interessiert.

«Wir haben im letzten Sommer an zwei Wochenenden einen Versuchsbetrieb gefahren mit dem Lötschberger bis nach Domodossola», sagt Urs Hochuli. «Wir haben dabei 8'000 Passagiere befördert. 40 Prozent davon waren Italiener.»

Nun warten SBB und BLS auf die detaillierten Ausschreibungs-Unterlagen aus Turin. Wann die italienischen Behörden entscheiden, wer den Konzessions-Zuschlag erhält, ist offen.

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1 Kommentar

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  • Kommentar von Rolf Bolliger (robo)
    Das schweizerische Schienennetz ist längst im freien Markt angekommen: Das Unternehmen, mit den besten Angeboten und Preis/Leistungs-Verhältnissen bekommt Aufträge und Büez! Wir Bahnkunden wünschen ein möglichst umsteigefreies Reisen von A nach B und möglichst gute Fahrpläne! Wer diese Bedingungen erfüllen kann, bekommt die zu erbringende Leistung! Etwas, dass in der Wirtschaft seit Jahrhunderten Alltag ist! Hier ist konservatives und altes Denken und Handeln (wie ich es erlebte) fehl am Platz!
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