Florian Ast: Kein Lausbub mehr

Seit über 20 Jahren ist Florian Ast in der Schweizer Musikszene präsent. Nun kommt seine zehnte CD in die Läden - nach einer schwierigen Zeit.

Vor zwei Jahren nahm Florian Ast ein Timeout. Vorher war sein Privatleben - seine Beziehungen und Trennungen - grosses Thema in den Medien. «Es war schrecklich», erzählt er als Sonntagsgast im Regionaljournal von Radio SRF. «Ich war aber auch ein bisschen selber schuld.» In Zukunft werde er sein Privatleben wieder für sich behalten.

In einem seiner neuen Songs singt Florian Ast: «I dräiie mi um vor däm, wo aues nachetreit - scho lang aues gseit, d Zyt heilt u vergeit.» Eine Bitte an die Zuhörenden, die Vergangenheit ruhen und ihn vorwärts schauen zu lassen? «Ja, ich hoffe, dass man mich als Musiker respektiert und mein Privatleben mir überlässt.» Ausserdem gebe es spannendere Menschen als ihn. «Ich würde mal im Bundeshaus aufräumen gehen.»

Songs und Sex

Während seines Timeouts hat Florian Ast als Produzent und Songschreiber für andere Musiker gearbeitet - und an seinen eigenen neuen Songs. An Ideen fehle es ihm nicht. Wobei ihm diese nicht aus heiterem Himmel zufallen würden: Er beginne jeweils morgens zu arbeiten. «Das ist meine beste Zeit.» Dann nehme er sich ein Thema vor und schreibe einen Text. «Oft ist es auch ‹Seich› und ich lösche es wieder.» Für die neue CD habe er 30 Songs geschrieben - und schliesslich 10 ausgewählt.

Ab Sommer wird Florian Ast wieder Konzerte geben. «Sie werden wohl etwas rockiger als die neue CD». Die alten Hits wie «Daneli» oder «Sex» spiele er weiterhin. Die gehörten dazu und er habe sie auch gern. «Einzig - wenn ich jetzt ‹Sex vom Morge bis am Abe› singe... - ich bin froh, dass ich den Song vor langer Zeit geschrieben habe», schmunzelt Florian Ast. So könne er immer sagen, «da war ich 20.» Nicht, dass man meine, er in seinem Alter... «Nein, nein, so ist es nicht.»

«Zuerst etwas Rechtes lernen»

Florian Ast hätte bereits als 17-jähriger seinen ersten Plattenvertrag unterschreiben können. Er tat es dann aber erst mit 18, weil seine Eltern wünschten, dass er zuerst etwas Rechtes lerne. «Das würde ich heutzutage unterstützen.» Heute sei es wichtiger denn je, eine Ausbildung zu haben. Sonst könne es schwierig werden. «Wenn du dein Hobby zum Beruf machst und etwas geht schief - was machst du dann?»

Bald wird Florian Ast 40. Wie hat er sich verändert in den letzten 20 Jahren? Was ist aus dem Lausbuben geworden, den man zu Beginn seiner Karriere in ihm sah? «Ein Lausbub ist man mit 40 wohl nicht mehr.» Aber es sei ihm wichtig, dass das innere Kind präsent bleibe. «Ich bin ein lustiger Mensch. Und finde das auch gut so.»

Die neue CD von Florian Ast heisst «Kurz&bündig», sie ist ab dem 24. April 2015 erhältlich.

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