Freiburg überdenkt seine Strategie der Steuererleichterungen

Künftig sollen - wenn überhaupt - nur noch strategisch wichtige Projekte in den Genuss von Erleichterungen kommen. Dafür will die Regierung die Gewinnsteuer für Unternehmen senken.

Vertreter der Freiburger Regierung präsentieren ihre Steuervorstellungen.

Bildlegende: Vertreter der Freiburger Regierung stellen die Steuerstrategie der Zukunft vor. SRF

Ziel ist es, den Kanton Freiburg für Unternehmen attraktiver zu machen, hiess es an einer Medienkonferenz. Die Freiburger Wirtschaft kann mit dem starken Bevölkerungswachstums des Kantons nicht mithalten. Wegen Druck aus der EU dürften Steuergeschenke, um Unternehmen anzulocken, aber in einigen Jahren nicht mehr möglich sein. Eine Arbeitsgruppe hat deshalb nach neuen Wegen gesucht, um dennoch für Unternehmen attraktiv zu bleiben.

Steuersenkungen als Allheilmittel?

Die einfachste, aber wirksamste Massnahme, um Unternehmen anzulocken, seien Steuersenkungen, so das Fazit im Schlussbericht der Arbeitsgruppe. Heute bezahlt ein Unternehmen im Kanton Freiburg rund 20 Prozent Gewinnsteuer. Dieser Steuersatz soll sinken, wenn auch nicht markant: «Wir können uns nicht entblössen und den Steuersatz einfach halbieren», sagt Volkswirtschaftsdirektor Beat Vonlanthen im «Regionaljournal Bern Freiburg Wallis» von Radio SRF. Sinken die Steuern um ein Prozent, verliert der Kanton Freiburg zehn Millionen Franken an Steuereinnahmen, rechneten die Verantwortlichen vor. Für Finanzdirektor Georges Godel muss das Ziel deshalb sein, «durch Steuersenkungen neue Unternehmen anzuziehen, damit die Steuereinnahmen im Endeffekt nicht sinken, sondern steigen».