Freiburger Apothekerkette bildet keine Lehrtöchter mehr aus

Das Unternehmen mit Sitz im Kanton Freiburg betreibt schweizweit 85 Apotheken und hat 160 Lehrlinge. Ab 2014 stellt Benu keine neuen Lehrlinge ein und spart damit 1,6 Millionen Franken. Freiburger Behörden und der Apothekerverband sind verärgert.

In einem internen Brief an alle Benu Apotheken, der auch dem Regionaljournal von Radio SRF vorliegt und den die Zeitung «La Liberté» publizierte, rechtfertigt die Direktion diesen Entscheid. «Unsere Produktivität, die tiefste in Europa, steht in der Kritik.» Die Kritik stammt aus Deutschland. Benu Schweiz gehört zur deutschen Phoenix Gruppe, einem der grössten Medikamentenhändler Europas. Benu muss sparen und will deshalb keine neuen Lehrlinge mehr ausbilden. «Eine Lehrtochter kostet im Durschnitt 10‘000 Franken pro Jahr», steht im Brief. Benu kann somit 1,6 Millionen Franken sparen.

Freiburg stark betroffen

Im Kanton Freiburg macht Benu ein Drittel aller Apotheken aus. Die Kette beschäftigt im Kanton 45 Lehrtöchter.

Bildet Benu keine Pharma-Assistentinnen mehr aus, so habe das Konsequenzen, sagt Christoph Nydegger, Chef des kantonalen Berufsbildungsamtes: «Wir müssen wohl in ein paar Jahren eine Lehrlingsklasse schliessen.» Benu nehme ihre soziale Verantwortung nicht wahr. «Vielen Jugendlichen werde eine berufliche Perspektive genommen.» Ein Treffen von Staatsrat Beat Vonlanthen mit der Benu- Direktion sei geplant.

Qualiätsverlust für Kunden

Beim Freiburger Apothekerverband ist man konsterniert und verärgert. «Es braucht qualifiziertes Personal um Kunden zu beraten», sagt Verbandspräsident Christpoh Repond. Heute seien Medikamente sehr wirkungsvoll und auch gefährlich bei falscher Einnahme. «Die Apotheke als Eingangstor ins Gesundheitswesen spielt eine wichtige Rolle.»