Freiburger Asyl-Theater: Junger Afghane flieht vor Taliban

Das Theâtre Des Osses zeigt in Givisez die ergreifende Geschichte eines jungen Afghanen, der über das Meer nach Italien flüchtet.

Ein 10-jähriger Afghane muss vor den Taliban fliehen. Alleine geht er durch Pakistan und den Iran. Er zahlt Schlepper, arbeitet illegal auf Baustellen. Und er sieht viele Flüchtlinge sterben. Sie ertrinken im Meer, als er und andere Jugendliche mit einem Schlauchboot von der Türkei nach Griechenland paddeln.

Der Afghane hat Glück. Nach fünf Jahren erreicht er Italien. In Turin lebt er bei einer Familie, erhält Asyl und macht eine Ausbildung. Das Theâtre Des Osses im freiburgischen Givisez zeigt nun diese Geschichte «Im Meer schwimmen Krokodile» nach dem gleichnamigen Bestsellerroman von Fabio Geda als Bühnenstück.

Betroffene Zuschauer

Immer mehr minderjährige, unbegleitete Asylsuchende kommen auch in die Schweiz. 2‘500 waren es laut Staatsekretariat für Migration letztes Jahr. Dreimal mehr als im Jahr zuvor. Das Theater zeigt ein Stück Realität. Entsprechend berührt sind die Zuschauer.

«Es macht mich sehr betroffen», sagt ein Mann nach der Vorstellung. Ein 14-jähriger Theaterbesucher zeigt ist «schockiert». Das Theaterstück geht unter die Haut weiss auch die Freiburger Theaterregisseurin Isabelle-Loyse Gremaud. Es geht nicht um Statistiken, sondern um eine echte Geschichte. «Es könnte unsere Geschichte sein.»

(«Echo der Zeit», 18.1.2016, 18:00 Uhr)