Freiburger Exportzahlen sind zu gut

Zwei Drittel aller Waren, die der Kanton Freiburg exportiert, kommen aus der Uhrenbranche. Nur: In Freiburg werden gar keine Uhren hergestellt.

Das Logistikzentrum von Cartier im freiburgischen Villars-sur-Glâne.

Bildlegende: Das Logistikzentrum von Cartier im freiburgischen Villars-sur-Glâne. Keystone

Der Kanton Freiburg hat 2012 für 9,57 Milliarden Franken Waren ins Ausland exportiert. Das ist ein neuer Rekord - doch der Schein trügt:

Zwei Drittel des Exportes macht die Uhrenfirma Richemond aus, eine Firma mit Sitz in Genf, die Luxusuhren wie Cartier, IWC oder Montblanc herstellt. Produziert wird aber nicht in Freiburg.

Hier werden, nebst dem Betrieb eines Logistikzentrums in der Agglomeration Freiburg, bloss die Rechnungen für den Export verschickt. Und das ist für die Bilanz der eidgenössischen Zollverwaltung ausschlaggebend.

«Eigentlich muss man die Uhren aus der Exportbilanz rausnehmen», sagt Volkswirtschaftsdirektor Beat Vonlanthen. «Wir wollen, auch um den Export anzukurbeln, vermehrt auf Innovation setzen und Arbeitsplätze mit hoher Wertschöpfung schaffen».