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Bern Freiburg Wallis Fussballverband zahlt – Cupfinal kommt 2015 kaum nach Bern

Die Besprechung zwischen dem Verband und Stadtvertretern war emotional. Zwar zahlt der Verband an die Sicherheitskosten des Cupfinals 2014. Doch nächsten Frühling wird der Cupfinal kaum in Bern stattfinden. Die Stadt stellt Bedingungen, der Fussballverband fühlt sich «nicht willkommen».

Bern nach den Ausschreitungen vor dem Cupfinal
Legende: Der Bundesplatz in Bern nach den Ausschreitungen am Tag des Cupfinals 2014. SRF

Der Schweizerische Fussballverband (SFV) will sich an den Sicherheitskosten der Stadt Bern für den Cupfinal 2014 beteiligen. Das hat der Verband bekanntgegeben.

Er werde sich verbandsintern für eine Beteiligung im Umfang von 200'000 Franken einsetzen, sagte SFV-Zentralpräsident Peter Gilliéron. Das letzte Wort habe der Zentralrat. Die Stadt Bern schätzt die Sicherheitskosten auf insgesamt eine halbe Million Franken.

Legende: Video Der Fussballverband übernimmt Verantwortung abspielen. Laufzeit 2:59 Minuten.
Aus Tagesschau vom 01.05.2014.

«Fehler gemacht»

Er habe bei der Beurteilung der Fanmärsche einen Fehler gemacht, stellte Generalsekretär Alex Miescher fest. Er sei irrtümlich davon ausgegangen, dass sich beide Fan-Lager an die vereinbarten Marschrouten halten würden. Das sei nicht der Fall gewesen.

Der SFV hat sich am Donnerstag mit Stadtpräsident Alexander Tschäppät, dem Berner Sicherheitsdirektor Reto Nause und dem regionalen Polizeichef Manuel Willi zu einer Aussprache getroffen.

Cupfinal 2015 ist kaum in Bern

«Wir gehen gern dorthin, wo wir uns willkommen fühlen», sagt SFV-Zentralpräsident Peter Gilliéron gegenüber Radio SRF. «Im Moment haben wir in Bern das Gefühl, nicht besonders willkommen zu sein.» Darum könne man davon ausgehen, dass der nächste Cupfinal nicht in Bern sein werde.

Die Berner Stadtregierung wiederum überlässt es dem SFV, ob es in Zukunft weitere Cupfinalspiele in Bern geben soll. Falls der SFV nächstes Jahr erneut ein Gesuch stellen sollte, werde die Stadtregierung die Rahmenbedingungen abstecken und entscheiden. «Wir wollen den Cupfinal.», sagt Sicherheitsdirektor Reto Nause, «Aber nicht um jeden Preis. Wir wollen ihn mit Rahmenbedingungen, die für uns stimmen und die friedlich sind.»

Die Sitzung mit dem Fussballverband am Donnerstagmorgen sei emotional gewesen, sagt Reto Nause. Dass der SFV nun die 200'000 Franken zahlen wolle, sei für ihn ein gutes Zeichen. «Es ist für mich das Zeichen, dass der SFV zur Vereinbarung mit der Stadt Bern steht.»

Der Berner Stadtpräsident Alexander Tschäppät sagt, der Fussballverbands-Präsident habe etwas falsch verstanden, wenn er sich nicht willkommen fühle in Bern. «Alle Sportarten sind willkommen, aber nicht um jeden Preis.» Der Fussballverband müsse zusammen mit den Städten Lösungen suchen, dass solche Veranstaltungen künftig ohne unerfreuliche Nebenerscheinungen durchgeführt werden können.

Der Cupfinal 2015 wird nach Einschätzung des Berner Stadtpräsidenten nicht in Bern stattfinden. «Davon gehe ich aus», sagt Alexander Tschäppät. «Ich hoffe aber, dass man mit der Zeit wieder Länderspiele hier durchführen kann.»

Randalierende Zürcher Fans

Der Cupfinal vom Ostermontag hatte in Bern für Unmut gesorgt, weil Zürcher Fans auf dem Weg ins Stadion beträchtlichen Sachschaden anrichteten und ein Geschäft in der Altstadt plünderten.

Die Berner Stadtregierung bezeichnete die Gewaltakte als inakzeptabel. Ob sie den Cupfinal im Stade de Suisse nächstes Jahr wieder bewilligen wird, liess sie offen.

Die Berner Behörden haben dank dem verschärften Hooligan-Konkordat neuerdings die Möglichkeit, die Rahmenbedingungen für Hochrisikospiele festzulegen und allenfalls die Bewilligung zu verweigern.

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