Gemeinde Köniz gedenkt der Aufständischen von 1513

Am 26. Juni 1513 zogen 300 bewaffnete Könizer nach Bern und plünderten die Häuser einiger Ratsherren. Diese hatten sich an der Vermittlung eidgenössischer Söldner nach Frankreich bereichert und so den Volkszorn auf sich gezogen. 500 Jahre später gedachte die Gemeinde ihrer rebellischen Vorfahren.

Schloss Köniz und seine Umgebung - wohl vor 500 Jahren einer der Schauplätze des Könizer Aufstandes.

Bildlegende: Schloss Köniz und seine Umgebung - wohl vor 500 Jahren einer der Schauplätze des Könizer Aufstandes. SRF

Nach dem Sieg der Eidgenossen gegen Karl den Kühnen in den Burgunderkriegen waren hiesige Söldner sehr gefragt. Und so liessen sich Berner Ratsherren die Vermittlung von Reisläufern an den Franzosenkönig vergolden, mit Pensionen und geheimen Zahlungen. Dies forderte den Zorn der Könizer heraus, die mit 300 Mann in Bern einfielen, um die Häuser dieser Ratsherren zu plündern.

Mehr Rechte für die Landgemeinden nach dem Könizer Aufstand

Bern hatte ordentlich Mühe, die aufgebrachten Könizer aus der Stadt zu bringen. Eidgenössische Vermittler verhandelten und einer der damaligen Prominenten, Alt-Schultheiss Wilhelm von Diessbach, wurde zusammen mit andern als «Kronenfresser» an den Pranger gestellt und abgesetzt. Die Landgemeinden bekamen mehr Rechte und Private durften für die Söldner-Vermittlung keine Provisionen mehr annehmen.

Köniz beging den 500. Jahrestag des Aufstands mit einem offiziellen Anlass. Die historische und politische Bedeutung wurde dabei ergründet. Immerhin lässt sich so die Geschichte erleben.