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Legende: Audio Heinz Häsler: «Die Ausstellung ist nicht bewusst politisch, aber das Thema ist es natürlich» abspielen. Laufzeit 08:33 Minuten.
Aus Regionaljournal Bern Freiburg Wallis vom 13.06.2019.
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Gletscherschmelze im Kunsthaus Die Grindelwaldgletscher als Gradmesser für den Klimawandel

Das Kunsthaus Interlaken zeigt frühe Gletschergemälde. Für Kurator Heinz Häsler eine Ausstellung, die zum Denken anregt.

Die Ausstellung trägt den Titel «Keineismeehr» – ein Wortspiel, welches auf die Vergänglichkeit der Gletscher anspielt. Als Sujet dienen die beiden Gridelwaldgletscher und wie sie in Gemälden seit dem 17. Jahrhundert dargestellt worden sind. Künstler wie Ferdinand Hodler, Caspar Wolf oder Samuel Birmann haben sich ihrer angenommen.

Ölgemälde, Gletscher
Legende: Der untere Grindelwaldgletscher im Ölgemälde von Caspar Wolf (um 1777). ZVG/Kunstmuseum Bern

Dargestellt sind häufig idealisierte Berglandschaften; die mächtigen Eismeere stets im Zentrum. Ganz im Gegensatz zur heutigen Zeit, wo sich die stolzen Gletscher von einst weit zurückgezogen haben. Die Ausstellung spannt aber auch den Bogen zur Wissenschaft. Ein Thema, das in einem jüngst erschienenen Buch des Berner Geographen und Kunsthistorikers Heinz Zumbühl miteinander verbunden wird. Zusammengestellt wurde die Ausstellung von Kurator Heinz Häsler.

Heinz Häsler

Heinz Häsler

Kurator Kunsthaus Interlaken

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Heinz Häsler ist ehrenamtlicher Kurator am Kunsthaus Interlaken, zu dessen Mitinitianten er gehört. Der gebürtige Berner Oberländer arbeitete fast 40 Jahre als Lehrer für bildnerisches Gestalten und Theater am Gymnasium Neufeld in Bern. Heinz Häsler beschäftigt sich seit seinen Jugendjahren mit Kunst. Am Kunsthaus Interlaken veranstaltet und kuratiert er seit dessen Gründung 2009 Ausstellungen, Konzerte oder Lesungen. Für seine Bemühungen im Bereich Kunst erhielt Heinz Häsler 2013 den Kulturvermittlungspreis des Kantons Bern.

SRF News: Heinz Häsler, was ist die Ausstellung für Sie: eine reine Bilderschau, ein Mahnmal gegen die Vergänglichkeit oder ein Abschied von einem Stück Naturlandschaft?

Ich würde sagen, von allem etwas. Auf der einen Seite ist es eine Kunstausstellung, andererseits aber auch eine Ausstellung zum Thema Gletscherschmelze, Klimaveränderung und Umwelt. Die Absicht der Ausstellung ist es, Kunst und Wissenschaft miteinander zu verbinden.

Ist die Ausstellung also auch ein Stück Zeitkritik?

Die Ausstellung ist nicht bewusst politisch gemacht. Aber das Thema ist natürlich ein politsches. Und eines, das uns alle angeht.

Ein Gemälde zeigt, dass man im 18. Jahrhundert mit der Kutsche bis an den Gletscherrand fahren konnte.
Autor: Heinz HäslerKurator Kunsthaus Interlaken

Wir sprechen in der Ausstellung an, dass sich das Klima verändert und wir zeigen, wie man das an den beiden Grindelwaldgletschern ablesen kann. Ein Gemälde zeigt zum Beispiel, dass man im 18. Jahrhundert mit der Kutsche bis an den Gletscherrand fahren konnte.

Heisst das, die Kunstmaler waren damals auch so etwas wie Chronisten ihrer Zeit?

Ja, bewusst und unbewusst. Einerseits dienten sie der Wissenschaft zu, indem sie Zeichnungen anfertigten. Künstler haben in dieser Zeit auch dokumentiert, Fotografie gab es damals ja noch nicht. Andererseits wurden die Bilder auch aus rein künstlerischen Motiven gemalt.

Das Gespräch führte Michael Sahli.

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2 Kommentare

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  • Kommentar von Patrik Müller  (P.Müller)
    Ein Lob dem digitalen Zeitalter. Unsere Nachfahren werden einmal auf keine brauchbaren Angaben zu Karten, und wissenschaftlichen Arbeiten mehr haben, wenn alles nur noch digital erstellt wird. Der Zeitraum ab dem 21.Jahrhundert wird in einigen hundert oder gar tausend Jahren für Forscher eine "black box" sein.
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  • Kommentar von F. Meier  (Nepomuk)
    Gletscher tun das was sie immer tun, sie werden grösser oder kleiner. Wer dazu Fakten braucht wird bei glamos.ch fündig. Der ober Grindelwaldgletscher z.B. hat von 1960-1990 stark zugenommen? Wieso? (Tip: CO2 kann es nicht sein, weil damals die Konzentration noch viel kleiner war.)
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