Groupe E gibt ihre Pläne für ein Gaskombikraftwerk auf

Die Groupe E gibt ihr geplantes Gaskombikraftwerk in Cornaux am Neuenburgersee auf und hat den Rückzug des Baugesuches angekündigt. Der Westschweizer Energiekonzern begründet den Schritt mit den ungünstigen wirtschaftlichen Bedingungen.

Industriebauten an einem See.

Bildlegende: In Cornaux, in der Nähe des heutigen Gaskraftwerks, wollte die Groupe E ein neues Gaskombikraftwerk bauen. Keystone

In den vergangenen drei Jahren habe sich das wirtschaftliche Umfeld erheblich gewandelt, teilte die Groupe E mit. Überkapazitäten in der europäischen Stromproduktion führten zu niedrigen Preisen.

Diese Faktoren beeinträchtigten die Rentabilität des geplanten 450 Millionen Franken teuren Gaskombikraftwerks. Man wolle sich verstärkt auf die Entwicklung von erneuerbaren Energien sowie Energieeffizienzmassnahmen konzentrieren, teilte der Energiekonzern mit.

Das Gaskombikraftwerk hätte in der Industriezone der Neuenburger Gemeinde Cornaux gebaut werden sollen.

Gaskraftwerke im Gegenwind

Gegen das Bauprojekt gab es allerdings Widerstand. So hatte die Umweltorganisation WWF Einsprache erhoben. Den Umweltschützern war vor allem der auf 700'000 Tonnen geschätzte CO2-Ausstoss des Kraftwerks ein Dorn im Auge.

Mehrere Bauprojekte für Gaskraftwerke gerieten in der Schweiz bereits ins Stocken. Das Berner Energieunternehmen BKW gab 2014 bekannt, auf den Bau des geplanten Gaskraftwerks Utzenstorf zu verzichten. Gleichzeitig kündigte die BKW an, sich nicht am Gaskombikraftwerk in Cornaux beteiligen zu wollen.