Heinz Däpps Politsatire hat im Wahlherbst Hochkonjunktur

Politiker sind auf der Strasse auf Stimmenfang, Politologinnen breiten im Fernsehen ihre Meinung aus und Journalisten überbieten sich mit Kommentaren. Einer fehlt jedoch noch: Der Berner Satiriker Heinz Däpp - für den Wahlzirkus meldet er sich zurück.

Heinz Däpp im Portrait.

Bildlegende: Heinz Däpp pflegt den satirischen Blick auf die Politik. Joël Hafner/SRF

Seine allwöchentlichen Schnappschüsse im «Regionaljournal Bern Freiburg Wallis» waren legendär: von 1995 bis 2010 parodierte Heinz Däpp auf SRF 1 den politischen Alltag und seine Exponenten. Es kam einem politischen Ritterschlag gleich, vom Berner satirisch seziert zu werden. Seine Figuren - etwa Grossrat Kaderli Hans-Ueli und seine Frau Rösi - wurden zu Kultfiguren. Satire solle weh tun, sagt Däpp, aber nicht verletzen.

Die eidgenössischen Wahlen von Mitte Oktober eröffnen Heinz Däpp ein altes, neues Spielfeld. Er persifliert die Parteien, entlarvt leere Wahlversprechen und hält linken wie rechten Politikern den Spiegel vor. «Ich wollte noch einmal auf die Pauke hauen», sagte Däpp im Regionaljournal. Dass sich der Wahlkampf immer mehr «amerikanisiert», kommt ihm entgegen: «Events sind wichtiger als Inhalte.» Klar, dass so mehr Material für den Satiriker abfällt.

Die Premiere von «Wahlzirkus» findet am 1. September um 20:00 Uhr in der La Capella in Bern statt.

Lehrer, Journalist, Satiriker

Heinz Däpp wurde 1942 geboren und besuchte in Bern das Lehrerseminar. Er arbeitete als Redaktor für das «Berner Tagblatt», das «Burgdorfer Tagblatt» und die Basler «National-Zeitung». Später war Däpp Berner Korrespondent der «Basler Zeitung», Mitarbeiter von Schweizer Radio DRS und Dozent am MAZ - der Schweizer Journalistenschule.