In Bern-Belp landen immer mehr Privat- und Geschäftsflieger

Die Flughäfen Zürich-Kloten und Genf-Cointrin sind stark ausgelastet. Für Privat- und Businessjets ist der Platz dort knapp. Davon profitiert der Flughafen Bern-Belp: Der Bereich mit Geschäftskunden und reichen Klienten wächst.

Flugzeug über Belp im Startflug

Bildlegende: Immer mehr Privat- und Geschäftsflieger starten ab und landen in Bern-Belp. zvg (Bern Airport)

Um ganze zehn Prozent haben die Flugbewegungen im Privat- und Geschäftsbereich seit Jahresbeginn zugenommen, sagt Mathias Gantenbein, der Direktor des Flughafens Bern-Belp. Das seien rund 200 zusätzliche Flugbewegungen pro Jahr.

«Die Privat- und Businessflüge sind ein Nischenmarkt für uns. Aber ein wichtiger, denn er generiert viel Wertschöpfung und Arbeitsplätze.» Daher würde der Flughafen auch gerne wachsen in diesem Segment, so Gantenbein.

«  In Zürich ist Wachstum nicht mehr möglich. Bei uns schon.  »

Mathias Gantenbein
Direktor Bern Airport

Ein Anbieter solcher Privat- und Geschäftsflüge ist die kleine Firma Alpine Sky Jets. Auch sie spürt den Anstieg, wie Geschäftsleiter Matteo Mätzler sagt: «Am Terminal in Belp, den wir betreiben, sind die Abstellplätze für Flugzeuge stärker ausgelastet als auch schon. Wir haben aber auch zusätzliche Anfragen für Flüge mit unserem eigenen Flugzeug», so Mätzler.

Die Bandbreite der neuen Kunden in Belp sei gross, von der reichen Touristenfamilie bis zu Firmenchefs und Konzernleitern. «In letzter Zeit sind es vor allem mehr Geschäftsleute, die in Belp landen», sagt Flugunternehmer Matteo Mätzler.

«  Hier wissen die Kunden, wann sie ankommen und wann sie weiterreisen können. »

Matteo Mätzler
Flugunternehmer

Weil die nationalen Flughäfen in Zürich, Genf und Basel nur wenig Platz für private Jets übrig haben, sei Bern-Belp gefragter als auch schon. «Hier wissen die Kunden, wann sie ankommen und wann sie weiterreisen können. An den nationalen Flughäfen hingegen kann es Wartezeiten geben, die Reise wird unberechenbar.»

Diese Verschiebung weg von den grossen Flughäfen sei eine Chance für die kleinen Flughäfen, sagt Hansjörg Bürgi, Chefredaktor des Luftfahrtmagazins «Sky News»: «Die Wertschöpfung ist mit über vier Milliarden Franken pro Jahr sehr hoch. Für die Schweizer Wirtschaft sind Flugmöglichkeiten wichtig. Da ist für regionale Flughäfen einiges zu holen. Auf der anderen Seite erfordert der Geschäftsbereich auch Investitionen.»

«  Die Wertschöpfung ist mit über vier Milliarden Franken pro Jahr sehr hoch. »

Hansjörg Bürgi
Sky News

Am Flughafen Bern-Belp sind tatsächlich Investitionen geplant. Ein neuer Terminal eigens für Geschäftskunden befindet sich im Bewilligungsverfahren, so dass sich die betuchte Klientel wohl fühlt in Belp.

Mehr Flieger, mehr Lärm

Dieser Entwicklung sieht die Vereinigung gegen Fluglärm skeptisch zu. Geschäftsführer Guido Frey ortet bereits mehr Lärm durch die zusätzlichen Flüge: «Die kleineren Privatjets machen oft nicht weniger Lärm als ein grosses Flugzeug. Und die Wertschöpfung stimmt auch nicht, weil nur wenige Personen an Bord sind.» Gegen den zusätzlichen Lärm vorzugehen bringe aber nichts, denn der Flughafen Bern-Belp bewege sich innerhalb der gesetzlichen Rahmenbedingungen, so Frey.

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