Mehr Vielfalt im Berner Wald Kanton Bern will Urwaldflächen einkaufen

Bernische Waldbesitzer können dem Kanton Waldparzellen anbieten, die dieser dann mindestens 50 Jahre lang unberührt lässt. Die Idee von «Totalwald-Reservaten» ist nicht neu – der Weg dazu schon. Mehr Markt statt staatliche Planung.

Junges Grün neben totem Holz.

Bildlegende: Junges Grün neben totem Holz. Das will der Kanton in Totalwald-Reservaten ermöglichen. Keystone

Seit zehn Jahren sucht der Kanton Bern Waldparzellen, die sich als Totalwald-Reservate eignen – mit dürftigem Erfolg. Jetzt kehrt der Kanton den Spiess um: Er schreibt den Einkauf von potenziellen Urwaldflächen quasi aus. Die Waldbesitzer können nun Angebote machen.

Damit sich Waldeigentümer und Kanton einig werden, müssen vier Voraussetzungen erfüllt sein:

  • Die Waldbesitzer verzichten mindestens 50 Jahre auf jede Bewirtschaftung.
  • Die Totalwald-Fläche beträgt mindestens 20 Hektaren.
  • Davon ist die Hälfte bereits naturnah bewachsen.
  • Waldbesitzer und Kanton sind sich über die Entschädigung einig.

Der Kanton hofft, bis 2030 fünf Prozent der Waldfläche als Totalwald vertraglich sichern zu können. Er will in solchen Urwald-Parzellen die natürlichen Prozesse im Wald bis zum völligen Zerfall gewährleisten und die Biodiversität fördern.

Waldbesitzer sind nicht abgeneigt

Der Verband der bernischen Waldbesitzer kann der Idee etwas abgewinnen. Der Ansatz, den Markt und die unternehmerische Verantwortung machen zu lassen, sei überzeugend. In kaum mehr bewirtschafteten Forsten sei Potenzial vorhanden für Wälder, die der Natur überlassen werden.