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Bern Freiburg Wallis Kanton Wallis rechnet mit Erdbeben-Schäden wie in L'Aquila

Erdbeben stellen für den landesweit am stärksten gefährdeten Kanton Wallis eines der Extremrisiken dar. Darum hat der Kanton ein Erdbebenkonzept eingeführt und dieses bis Freitag in einer zweitägigen Übung einem Ernstfalltest unterzogen.

Staatsrat Oskar Freysinger informiert über die Ergebnisse des Erdbeben-Tests.
Legende: Der Ernstfalltest fand in Siders statt. Danach informierte auch Staatsrat Oskar Freysinger (rechts). zvg

Fazit der Übung: Obwohl erste Ergebnisse positiv ausfielen, sind weitere Massnahmen zur Optimierung von Organisation und Reaktionsfähigkeit nötig.

Bei einem in den nächsten zehn Jahren denkbaren Szenario eines Erdbebens im Wallis der Stärke 6,1 wären Auswirkungen wie beim Erdbeben von L'Aquila in Italien zu erwarten. 2009 starben dort über 300 Menschen, 50'000 wurden obdachlos. Im Fall des Wallis könnten 80'000 bis 100'000 Menschen ihr Obdach verlieren. Stark betroffen wären auch die Infrastrukturen.
Im Wallis bebt die Erde oft. Das letzte Beben wurde erst Mitte Oktober registriert, Schäden blieben aus. Im Visp kam es 1855 zum schlimmsten Erdbeben des 19. Jahrhunderts in der Schweiz. Das Beben der Stärke 6,4 zerstörte rund 200 Häuser von Visp bis St. Niklaus. 1946 wurde Siders von einem Erdbeben der Stärke 6,1 auf der Richterskala heimgesucht. Vier Personen fanden dabei den Tod, 3500 Gebäude wurden beschädigt. Danach wurden 517 Nachbeben verzeichnet, die in der Rawylregion einen gewaltigen Bergsturz von sechs Millionen Kubikmeter Fels auslösten.