Kiesförderung dank Kanderdurchstich

Seit 100 Jahren wird im Kanderdelta Kies abgebaut. Möglich wurde diese Kiesförderung erst durch die erste Gewässerkorrektion in der Schweiz.

Nach dem Kanderdurchstich im Frühling 1714 wurden tausende Tonnen Geschiebe in den Thunersee geschwemmt. Bis heute fliesst viel Material durch die Kanderschlucht. Dies ist der Rohstoff, welchen die Vigier Beton Berner Oberland seit 100 Jahren abbaut und teilweise an Ort und Stelle zu Betonprodukten veredelt.

Bedeutender Kiesabbau

20'000 Kubikmeter Kies werden heute jährlich aus dem Kanderdelta entnommen, sagt der Werkleiter Arnold Gertsch im «Regionaljournal Bern Freiburg Wallis» von Radio SRF.

Arnold Gertsch am Steuer eines Motorbootes.

Bildlegende: Werkleiter Arnold Gertsch im Abbaugebiet im Kanderdelta. SRF

Würde kein Kies gefördert, das untere Thunerseebecken wäre längst verlandet. Der Kiesabbau kommt der Umwelt zugute, sagt Gertsch. Das Unternehmen muss sich für den Abbau an strenge Vorgaben halten. Denn das Kanderdelta steht unter Naturschutz und ist auch ein Naherholungsgebiet.

Nur möglich wegen Kanderdurchstich

Die Geschichte des Kiesabbaus in Einigen ist eng mit dem Kanderdurchstich verknüpft. Denn vor diesem Eingriff in die Natur 1714 floss die Kander nicht in den Thunersee - sondern in die Aare. Die Kander überflutete deshalb früher Teile der damaligen Gemeinde Strättligen. Malaria wurde zu einer Plage.

Nach dem Kanderdurchstich war dieses Problem zwar gelöst. Aber ganz andere Schwierigkeiten liessen nicht lange auf sich warten: Das untere Thunerseebecken wurde von Geschiebemassen aufgefüllt. Und die Stadt Thun wurde mehrmals von Hochwasser überflutet.