Klara Müller: «Ein Durcheinander im Kühlschrank mag ich nicht»

Ältere Menschen stellen Studenten Wohnraum zur Verfügung und erhalten als Gegenleistung Unterstützung im Alltag. Für das Pilotprojekt des Freiburgischen Roten Kreuzes interessieren sich viele Studenten aber nur wenige Senioren.

Oft leben ältere Menschen alleine in grossen Wohnungen oder Häusern und Studenten suchen günstigen Wohnraum. Beim Projekt «Wohen Helfen» sollen beide profitieren. Per Fragebogen und Gesprächen bildet das Rote Kreuz geeignete Partnerschaften. Als «Miete» gilt Mithilfe im Haushalt: Die Studentin muss pro Quadratmeter ihres Zimmers eine Stunde Hausarbeit im Monat verrichten. Bei zehn Quadratmetern sind es 10 Stunden.

Die 84jährige Klara Müller lebt mit der iranischen Studentin Roshanak Haddidi seit einem Jahr in einer Wohngemeinschaft. «Meine Kinder sind froh», sagt die 84jährige. So sei sie nachts nicht alleine.

«Roshanak ist sehr hilfsbereit». Sie teilt Bad und Küche mit der jungen Iranerin. Nur einen Kühlschrank hat jede einen eigenen. «Ich mag im Kühlschrank kein Durcheinander», sagt Klara Müller.

Auch die iranische Studentin geniesst das Zusammenleben. «Wenn ich abends heimkomme und Licht brennt, freue ich mich.»

Vorerst gibt es erst zwei solche Wohngemeinschaften in Freiburg. «Viele ältere Leute haben nicht den Mut dazu», erklärt Pascale Zbinden vom Roten Kreuz Freiburg im Gespräch mit dem «Regionaljournal Bern Freiburg Wallis» von Radio SRF.