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Koran-Verteilaktion Kanton Bern ruft Gemeinden zu «Lies!»-Verbot auf

Mit der Aktion werde extremistisches Gedankengut verbreitet, schreibt die Polizei- und Militärdirektion den Gemeinden.

Menschen in Fussgängerzone, in der Mitte ein Plakat einer Koran-Verteilaktion.
Legende: Koran-Verteilaktion in einer deutschen Fussgängerzone. Keystone

Der Kanton Bern appelliert an die Bewilligungsbehörden in den Gemeinden, allfällige Gesuche für Koran-Verteilaktionen abzulehnen. Das steht in einer Mitteilung des Kantons Bern vom Donnerstag.

«Es haben sich Gemeinden bei uns gemeldet, die nicht wussten, wie sie mit der Thematik umgehen sollen», sagt Hans Jürg Käser, bernischer Polizeidirektor und Präsident der Konferenz der kantonalen Justiz- und Polizeidirektoren KKJPD. «Ihnen wollen wir eine Empfehlung geben», so Käser. Die Entscheidung liege aber schlussendlich bei den Gemeinden.

Letztlich ist es eine politische Frage, ob solche Verteilaktionen verboten werden oder nicht.
Autor: Hans-Jürg KäserPolizei- und Militärdirektor Kanton Bern

Im Kanton Bern sind dafür die Gemeinden für die Zulassung zuständig. Deshalb erhalten diese nun Post von der Polizeidirektion. Das Schreiben stehe im Einklang mit der Haltung der KKJPD, hält der Kanton Bern fest.

Die Behörden in der Schweiz prüfen seit längerem geeignete Massnahmen gegen «Lies!». Der Nationalrat sprach sich in der Herbstsession für ein Verbot aus.

Aus Sicht des Bundesrats fehlen dafür im Moment die gesetzlichen Grundlagen. Die Landesregierung hatte im September aber erklärt, sie begrüsse es, wenn die Kantone die Bewilligung für Standaktionen verweigern.

Stadt Bern folgt Empfehlung

Ginge ein Gesuch ein, würde man es gemäss Empfehlung des Kantons ablehnen, erklärte der Stadtberner Sicherheitsdirektor Reto Nause am Donnerstag auf Anfrage. Nur: «In Bern sind gar keine Gesuche für Koran-Verteilaktionen hängig.»

Das hängt damit zusammen, dass Verteilaktionen ohne Infrastruktur von maximal drei Personen nicht bewilligungspflichtig sind. Korane können also weiterhin verteilt werden. In diesen Fällen hat die Kantonspolizei laut Nause die Anweisung, Personenkontrolle vorzunehmen. «So wissen wir wenigstens, welche Personen hinter der Aktion stehen.»

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10 Kommentare

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  • Kommentar von Beni Fuchs (Beni Fuchs)
    Warum soll man keine Lügen (Lies) verbreiten dürfen, das tun Grosskonzerne wie VW doch auch...
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  • Kommentar von Daniela de Maddalena (Daniela)
    Und das Verteilen von Bibeln ist nicht verboten? Und was ist mit Dianetics, den Scientologen?? Ich bin in keiner Religionsgemeinschaft und frei. Aber irgendwie kommt mir das quer rein, wenn der Bibelverteiler- und interpret bei uns auf dem Zentralplatz seine Bibeln und so weiter verteilen darf, das Verteilen des Korans aber verboten werden soll.
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    1. Antwort von Kurt Fässler (Kurt Fässler)
      Sie müssen die Bücher halt lesen, dann dämmert es Ihnen. Vergleichen Sie mal den Koran und die Bibel und prüfen Sie die häufigsten Auswirkungen... Vor allem gegenüber Büchern mit nur 1 Autor sollte man Vorsicht walten lassen.
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    2. Antwort von Luzian Wasescha (Oberländer)
      Ich glaube es gibt einen Unterschied zwischen einem Buch das die Nächstenliebe propagiert und einem dessen richtige/falsche Auslegung Tausende Menschenleben kostet. Und kommen sie mir nicht mit "Aber die Kreuzritter" Das hat leider überhaupt nichts mit der Bibel zu tun.
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    3. Antwort von L. Leuenberger (L.L.)
      Ich habe weder in Abu Dhabi noch in Dubai eine Bibel-Verteilung auf den Strassen erlebt. Oder haben Sie in einem muslimisch geprägten Land Bibel-Verteilungen auf den Strassen erlebt?
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    4. Antwort von Daniela de Maddalena (Daniela)
      Auch die Bibel hat mit dem Alten Testament ihre absolut dunklen Seiten! Auge um Auge, Zahn um Zahn. Übrigens: Es gibt in der Bibel und dem Koran Stellen, welche fast deckungsgleich sind! Im guten Sinn!! Ja, ich habe die Bibel vor Jahren ganz gelesen, vor allem aus literarischem Interesse. Ich sehe ihren Wert im ethisch moralischen Bereich. Dass diese Werte von kaum jemandem mehr umgesetzt werden, finde ich für unsere Gesellschaft bezeichnend! Lieber vergreift man sich an Andersdenkenden...
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    5. Antwort von Daniela de Maddalena (Daniela)
      Fortsetzung: ich will auch nicht von Vertretern irgend einer Religion dazu gezwungen werden, meine ethischen Werte und meine Freiheiten aufzugeben. Aber es kann nicht sein, dass wir nur noch schwarz weiß denken und handeln! Religionsfreiheit ist ein Menschenrecht!!! Auch keiner Religion anzugehören...
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  • Kommentar von Dani Queren (Queren)
    Religionsbücher sind für mich Betrug an der Schöpfung. Die Folgen davon sind für mich logisch.
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