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Bern Freiburg Wallis Kunst für den Schredder

Kunst zerstören aus Protest gegen die Flut an Kunstwerken. Das ist die Mission der Künstlerinnengruppe Le4. Die vier in Bern tätigen Künstlerinnen schreddern im November in der Galerie Archivarte Bilder, die die Welt nicht mehr braucht.

Tag für Tag werden bei den vier Künstlerinnen in der Galerie Archivarte im Berner Nordquartier Bilder abgegeben. Zeichnungen, Gemälde, alte Stiche. Alles Werke, die deren Besitzern oder Erschaffern überdrüssig geworden sind.

Die Künstlerinnengruppe stellt fest: Sehr umfangreich seien Nachlässe von bekannten und vor allem von vielen weniger bekannten Künstlerinnen und Künstlern, die sich bei deren Besitzern stapeln würden.

Mit der Schredderaktion in der Galerie Archivarte machen Le4 auf diese Flut von Bildern aufmerksam. Archivarte kümmert sich als Gesellschaft um Nachlässe und ist immer wieder damit konfrontiert, Bestände, die sie als erhaltenswert einstuft, drastisch auszusortieren.

Kritisch betrachtet werden von den Künstlerinnen aber nicht nur die sich anhäufenden Nachlässe. Sondern auch der boomende Kunstmarkt sowie die ausgeprägte Akademisierung des Metiers an Kunsthochschulen.

Bei aller Zerstörungsfreude macht das Projekt auch Hoffnung: Denn die geschredderten Kunstwerke werden - so weit möglich - kompostiert, so dass aus alten Werken Nährboden wird für Neues.

1 Kommentar

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  • Kommentar von alfred maurer (zeitgeist)
    bei den lebenden künstlerinnen und deren werk sollten diese über die zerstörung ihrer arbeiten entscheiden können. einfach so bilder zerstören, welche die gesellschaft nicht braucht hat einen schalen beigeschmack "entartete kunst" - . immer wieder entstehen merkwürdige auswüchse, wie auch im schweizer pavillon mit der standardisierten europäischen hautfarbe. - ich verstehe das nicht! -
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