Landschaften aus Eisen und Stahl

Das Kunstmuseum Bern widmet sich drei zeitgenössischen Eisenplastikern: Die Werke von Paolo Bellini, James Licini und Josef Maria Odermatt füllen während drei Monaten die Museumshallen.

«Paolo Bellini, James Licini und Josef Maria Odermatt gehören zu den bedeutendsten Vertretern der aktuellen Schweizer Eisenplastik», sagte Matthias Frehner, Direktor des Kunstmuseums Bern an einer Medienkonferenz am Mittwoch.

Eisen und Stahl spielten in der Geschichte der Plastiken lange keine bedeutende Rolle. Die Materialien wurden vor allem mit technischem Fortschritt und industrieller Revolution in Verbindung gebracht - mit Eisenbahnen, Maschinen und Gebrauchsgegenständen. Dies änderte sich erst mit dem Bau des Eiffelturms 1889. Der Bau galt nicht nur als Fortschritt, sondern als erste, moderne Plastik aus Eisen und Stahl. Fortan experimentierten verschiedene Künstler mit den harten Materialien.

Schweizer Eisen- und Metallplastiker wie Bernhard Luginbühl, Oscar Wiggli und Jean Tinguely suchten neue, radikale Ansätze und leisteten einen Hauptbeitrag zur internationalen Nachkriegsplastik. Die nachfolgende Generation, denen Paolo Bellini, James Licini und Josef Maria Odermatt angehören, suchten wiederum andere Ansätze und setzten anders als etwa Luginbühl und Tingueley nicht Alteisen vom Schrottplatz, sondern hochwertiges, neues Material ein. Die Ausstellung «Eisen und Stahl» vermittelt einen Überblick über die letzten Werkphasen der drei Schweizer Künstler. Lucini versteht sich als Stahlbauer und strebt nach grösstmöglicher Vereinfachung, Bellini dagegen schafft eher verspielte Werke und Odermatt, der 2011 verstorben ist, hat vorallem solide, archaische Bodenplastiken geschaffen, die unter anderem die Innerschweizer Bergwelt repräsentieren sollen.

Die Ausstellung öffnet am 16. August die Tore und dauert bis Mitte November.

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