Mädchen werden Pflegerinnen, die Buben Automechaniker

Noch immer wählen Frauen oder Männer «typische» Berufe, die zu ihrem Geschlecht passen. Das zeigt eine Studie des Nationalfonds. An der Berner Ausbildungsmesse wird das bestätigt.

Männer beugen sich über eine Autohaube.

Bildlegende: Beim Stand der Autobranche hat es fast nur Männer und Knaben. SRF

In der Schweiz arbeiten in vielen Berufen fast ausschliesslich Frauen oder fast ausschliesslich Männer. Dieses Phänomen ist hierzulande deutlich stärker ausgeprägt als im übrigen Europa.

Zu diesem Schluss kommt eine Studie des Nationalfonds. Frauen wählen zudem eher eine schulische Ausbildung, junge Männer absolvieren ihre Berufsbildung eher in einem Betrieb.

Derzeit informieren sich tausende Jugendliche an der Berner Ausbildungsmesse BAM über ihren Traumberuf. Auch hier zeigt sich: An den Ständen der mechanischen Berufen hat es vor allem Knaben, bei den Pflegeberufen sind es vor allem Mädchen.

Das Projekt Avanti des Instituts für Weiterbildung der PH Bern möchte Gegensteuer geben. Seit zehn Jahren können Schulkinder in speziellen Projektwochen ihren Horizont erweitern.

Knaben machen Hausarbeit, Mädchen gehen in technischen Berufen schnuppern. «Die Kindern merken, wie toll das Unbekannte sein kann», sagt Martha Kam gegenüber dem «Regionaljournal Bern Freiburg Wallis» von Radio SRF.

Gerade technische Berufe wären froh um weiblichen Nachwuchs. «Feinere Arbeiten erledigen Frauen oft besser als Männer», meint Elektromonteur und Lehrlingsbetreuer Stefan Neuenschwander der Berner Firma Scherler.

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