Neue «Herberge» für heimatlose Bienenschwärme aus der Stadt Bern

Jedes Jahr sammelt die Berufsfeuerwehr Bern 150 bis 250 Bienenschwärme ein. Bislang gab sie die Bienen direkt an Imker aus der Region ab. Neu kommen die Tiere zunächst in eine zentrale Beobachtungsstation. Dort werden sie auch auf Krankheiten untersucht.

Durch die «Zwischenlagerung» in der neuen zentralen Beobachtungsstation der Berufsfeuerwehr Bern soll sichergestellt werden, dass nur seuchenfreie Bienenschwärme an die Imker weitergegeben werden. Die Sammelstelle wurde in diesem Frühsommer durch Berner Imker in Betrieb genommen und am Donnerstag den Medien präsentiert.

In der Beobachtungsstation verbringen die Bienen zunächst drei Tage und zwei Nächte in «Kellerhaft». Im kühlen und dunklen Raum finden die Bienenschwärme langsam aus ihrem Zustand des sogenannten «Schwarmfiebers» und brauchen den Honigvorrat auf, den sie vor dem Abschwärmen in sich aufgesaugt haben.

Dieser Vorgang sei von zentraler Bedeutung, sagt Imker Urs Emch. Denn so werde verhindert, dass die Bienen Futter aus dem bisherigen Bienenstock in der neuen Behausung einlagerten. Das Einlogieren der Bienenschwärme in saubere Kästen ohne Futtervorräte begünstige einen guten Gesundheitszustand der so gebildeten neuen Bienenvölker.

Nach zwei bis drei Tagen werden die Bienen mit Oxalsäure gegen die Varroamilbe behandelt und aufgefüttert. Die Königin wird herausgesucht und markiert. Mindestens 32 Tage werden die Bienenvölker in Quarantäne gehalten. Der Gesundheitszustand wird laufend überwacht. Ausgebildete und angehende Imker kümmern sich um die Bienen. Schliesslich werden die Schwärme gegen einen Unkostenbeitrag an Imker aus der Region abgegeben.

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