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Bern Freiburg Wallis Neue Risse am Kernmantel des AKW Mühleberg entdeckt

Im Laufe der jährliche Revision des AKW Mühleberg sind neue Risse am Kernmantel entdeckt worden. Diese seien unproblematisch, sagt die BKW. Das Ensi gibt grünes Licht für den Weiterbetrieb.

Das AKW Mühleberg in der Dämmerung.
Legende: Die neu entdeckten Risse bedeuten «keine sicherheitsmässige Einschränkung», erklärt Ensi-Sprecher Anton Treier. Keystone

Diese vertikalen Risse seien kurz und entlang einer horizontalen Schweissnaht, schreibt die BKW in einer Mitteilung. Das sogenannte Prüfprogramm des Kernmantels werde bei der nächsten Jahresrevision 2015 mit einer Ultraschalluntersuchung weitergeführt.

«In der jetzigen Grösse haben die Risse keinen Einfluss auf den sicheren Betrieb des Kernkraftwerks», sagte Ensi-Sprecher Anton Treier auf Anfrage.

Solche Risse seien auch schon in US-amerikanischen Kernanlagen festgestellt worden. Dass diese nun auch in Mühleberg entdeckt wurden, sei erwartbar gewesen.

Ob die Risse künftig ein Problem darstellen könnten, konnte Treier nicht sagen. Das Ensi erteile die Genehmigungen nur für einen Betriebszyklus. Dieser dauere im Allgemeinen rund ein Jahr. Das AKW Mühleberg soll 2019 vom Netz genommen werden.

Seit längerem Risse

Bereits 1990 waren an einzelnen Schweissnähten des Kernmantels Anrisse entdeckt worden. Seither werden die Schweissnähte regelmässig visuell und mit Ultraschall untersucht.

Während der Jahresrevision 2014 wurden neu vertikale Anrisse entlang einer horizontalen Schweissnaht entdeckt. Diese acht Anrisse sind gemäss BKW-Angaben zwischen 0,4 und 10 Zentimeter lang - sieben davon befinden sich an der Aussenseite des Kernmantels. Da sie auf der Innenseite nicht nachweisbar sind, sei nicht von wanddurchdringenden Rissen auszugehen.

Die Anrisse entstehen durch so genannte Spannungsrisskorrosion - ein Zusammenspiel von Eigenspannungen, Werkstoff und Wasserchemie. Weltweit gibt es knapp 50 weitere Kernkraftwerke, deren Kernmäntel Spannungsrisskorrosionen aufweisen.

1996 hatte das AKW vorsorglich vier Zuganker eingebaut, welche die Belastung auf die Schweissnähte reduzieren. Zusätzlich stabilisieren sie den Kernmantel und stützen ihn an der Druckbehälterwand ab. Seit 2000 wird zudem durch Beimischung von Edelmetallen und Wasserstoff die Chemie des Reaktorwassers geändert, um die Korrosion zu reduzieren.

AKW wird wieder hochgefahren

Bei der Revision des Kraftwerkes ab 10. August sind 36 der 240 Brennelemente ausgetauscht und diverse Komponenten überprüft worden, teilt die BKW in ihrem Schreiben mit. Nach der Revision nimmt das Kraftwerk Mühleberg seinen 42. Betriebszyklus auf.

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9 Kommentare

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  • Kommentar von W. Pip, Züri
    Ich dachte es mir schon: Tesafilm und Sekundenkleber sind viel zu billig... :o) Erstaunlich, wie lange man das Volk schon erfolgreich an der Nase herum und die fetten Gewinne aus diesem Schrottwerk abführt...
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  • Kommentar von Alaphia Zoyab, Aarau
    Es ist schon ganz erstaunlich wie *sicher* das Kraftwerk ist (immerhin, es ist noch nicht auseinander gefallen) ]:) Ebenso erstaunlich auch der durchalte- und Investitionswille der BKW. Ich schätze mal das die treibende Kraft wohl die Liebe zur Nostalgie zuzuschreiben ist. Anders kann ich mir das nicht erklären.
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  • Kommentar von M.Kaiser, Rebstein
    Dieses uralte Werk gehört dringendst auf den Schrottmarkt . Die Leute haben sicherlich auch schon von Ermüdungsrissen im Stahl gehört , das sind die heimlichen Gefahren oder gar Zeitbomben besonders wenn Gas oder Druckatmosphäre vorliegt. Wer nicht hören will muss dann eben leiden oder leiden lassen ( Volk ). Leider wird dieser Beitrag und ähnlich klare Aussagen , nicht den verantwortlichen Herren ernst genommen geschweige nur gelesen . Sitzen wir es einfach wieder aus wie so auch Anderes .
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