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Papierfabrik Utzenstorf Migros kauft das Industrieareal

  • Die Migros Aare wird neu Eigentümerin des 320'000 Quadratmeter grossen Grundstücks der ehemaligen Papierfabrik Utzenstorf.
  • Das Areal stand zum Verkauf, seit letzten Sommer bekannt wurde, dass die Papierfabrik Utzenstorf geschlossen wird.
  • Was die Migros mit dem Kauf bezweckt, lässt der Konzern offen. In einer Mitteilung schreibt sie von der «Bildung einer strategischen Landreserve für die Migros-Gemeinschaft.»
Industriegebäude der Papierfabrik Utzenstorf.
Legende: Werden in den nächsten Jahren zurückgebaut: Anlagen und Gebäude der Papierfabrik Utzenstorf. Martina Koch/SRF

Es sei eine «einzigartige Gelegenheit», sagt Migros-Sprecherin Andrea Bauer. Das Gelände der alten Papierfabrik sei eines der letzten grossen Industrieareale im Kanton. Man werde jetzt analysieren, welche Nutzung denkbar und nachhaltig sei. «Wir haben keinen Zeitdruck», so Bauer. Klar sei aber, dass die Migros dereinst auf dem Areal präsent sein werde.

Zwischennutzungen prüfen

Vorerst müssen aber erst die Betriebsgebäude der Papierfabrik rückgebaut werden. Die Papierfabrik hat dafür Zeit bis ins Jahr 2023. Gleichzeitig werden Möglichkeiten für eine Zwischennutzung geprüft, bis dass der Zweck des Areals klar sei.

Für Utzenstorf war es ein harter Schlag, als im Sommer 2017 bekannt wurde, dass die Papierfabrik per Ende 2017 geschlossen werden soll. 200 Stellen gingen verloren. Die Perlen Papier AG hatte das Altpapiergeschäft der Papierfabrik gekauft und angekündigt, die Produktion im Kanton Luzern zu konzentrieren.

Was die vielen verlorenen Stellen betrifft, so will die Migros hier Hand bieten. Nach Möglichkeit will sie ehemalige Mitarbeitende der Papierfabrik innerhalb der Migros-Gemeinschaft vermitteln.

In Utzenstorf sind pro Jahr rund 260'000 Tonnen Altpapier verarbeitet worden. Das Unternehmen hatte seit der Aufgabe des Euro-Mindestkurses 2015 mit Problemen gekämpft. «Der Zeitungsmarkt schrumpft pro Jahr um vier bis acht Prozent», so Verwaltungsratspräsident Bernhard Ludwig letzten Sommer. Man spüre den digitalen Gegenwind, die Leute läsen die Zeitung immer weniger in Papierform. Jetzt ist die Perlen Papier AG der letzte Schweizer Produzent für Zeitungen und Magazine.