Private Spitexanbieter kritisieren den «Kantönligeist»

Der Verband der privaten Spitexanbieter in der Schweiz (ASPS) ist zwei Jahre nach Einführung der neuen Pflegefinanzierung unzufrieden mit deren Umsetzung.

Es sei ungerecht, dass die Patienten nicht in allen Kantonen gleich viel an die Pflege beisteuern müssen, sagt ASPS-Vorstandsmitglied Markus Reck. In gewissen Kantonen zahlten die Patienten einen Betreuungsbeitrag von 20 Prozent, in anderen nichts.

Die privaten Spitexorganisationen würden in manchen Kantonen fast gleich behandelt wie die öffentliche Spitex, in andern könnten sie kaum arbeiten. Der Kanton Wallis zum Beispiel kenne gar keine privaten Anbieter. In Kantonen wie Neuenburg und Freiburg werde die private Spitex gegenüber der öffentlichen benachteiligt.

Kritik ist nicht neu

Der ASPS will nun beim Bundesrat und bei der Konferenz der kantonalen Gesundheitsdirektoren vorstellig werden. Direkte Gespräche mit den Kantonen hätten nichts gebracht, sagte ASPS-Präsident Rudolf Joder am Dienstag gegenüber den Medien.

Nahaufnahme Hand an einem Rollstuhl-Rad.

Bildlegende: Die alternde Gesellschaft brauche öffentliche und private Spitex, findet der Verband der privaten Spitex-Anbieter. Colourbox

Auch die Kommission für soziale Sicherheit und Gesundheit des Ständerats hat schon kritisiert, wie manche Kantone die Pflegefinanzierung umsetzen.

Gut geregelt hat dies nach Ansicht des ASPS etwa der Kanton Bern: Er hat eine Arbeitsgruppe zur Umsetzung des neuen Systems eingesetzt und setzt auf Leistungsverträge mit allen Anbietern.