Protest der Schweizer Fahrenden zeigt auch in Muri Wirkung

Die Gemeinde Muri bei Bern stellt für Schweizer Fahrende versuchsweise einen Durchgangsplatz zur Verfügung. Fällt die Bilanz des dreimonatigen Versuchs positiv aus, will die Gemeinde eine dauerhafte Lösung prüfen.

Polizisten vor Wohnwagen.

Bildlegende: Der Protest der Fahrenden Ende April in Bern war erfolgreich. Keystone

Zusammen mit der Bewegung der Schweizer Reisenden hat die Gemeinde Muri nach eigenen Angaben vom Dienstag eine detaillierte Platzordnung erarbeitet. Der Platz im «Froumholz», wie der Ort heisst, soll mit höchstens 15 Wohneinheiten belegt werden. Die Fahrenden dürfen maximal 30 Tage bleiben.

Bis Ende August will die Gemeinde noch diverse Arbeiten am und rund um den Platz erledigen. Der Kanton habe die Übernahme der Kosten zugesichert, schreibt die Gemeinde in ihrer Mitteilung.

Im Frühling haben Schweizer Fahrende in einer landesweit für Aufsehen sorgenden Protestaktion auf mangelnde Stand- und Durchgangsplätze hingewiesen. Die Städte Biel und Bern stellten daraufhin den Jenischen bis Ende August je ein Gelände zur Verfügung.

Der Kanton Bern hat zwar seit 2011 ein Konzept für Stand- und Durchgangsplätze. Die Suche nach solchen Plätzen verlief allerdings mehr als harzig. Nach den Protesten der Fahrenden kam ein wenig Bewegung in die Sache. So stellten vereinzelt Gemeinden provisorische Plätze in Aussicht, jüngst etwa die Oberaargauer Gemeinde Rohrbach. «Mein Amt hat in den letzten Monaten einen Effort geleistet, um zusätzliche Stellplätze zu finden», sagt der zuständige Berner Regierungsrat Christoph Neuhaus. Bei der Suche nach neuen Standplätzen für Fahrende sei der Kanton jedoch auf die Gemeinden angewiesen.

Nächste Woche will der Kanton Bern umfassend über die Suche nach neuen Standplätzen informieren. Dazu hat sie nach Sumiswald im Emmental geladen, wo für die Fahrenden ebenfalls ein Standplatz eingerichtet werden soll.