Runder Tisch zur Quecksilber-Problematik im Wallis

Visp und drei benachbarte Gemeinden sollen bei der Aufarbeitung der Quecksilberproblematik stärker von der Lonza und dem Kanton miteinbezogen werden. Alle Parteien signalisierten Interesse, eine Lösung zu finden.

Ein kleiner Fluss fliesst neben einem Haus durch.

Bildlegende: Der Grossgrundkanal bei Turtig, welcher ebenfalls mit Quecksilber belastet ist. Keystone

Vertreter der Gemeinden Visp, Raron, Baltschieder und Niedergesteln haben sich mit einer Delegation des Verwaltungsrates der Lonza und dem Walliser Staatsrat zu einem runden Tisch getroffen. Ziel des Treffens war es, die betroffenen Gemeinden aus erster Hand über den Stand der Untersuchungen und die geplanten Massnahmen zu informieren, wie die Walliser Staatskanzlei mitteilte.

Der Bundesrat setzte per 1. März 2015 einen neuen Sanierungswert für mit Quecksilber kontaminierte Standorte bei Familien- und Hausgärten, Spielplätzen und Anlagen fest, auf denen regelmässig Kinder spielen. Der Grenzwert in der Altlasten-Verordnung wurde von heute 5 Milligramm Quecksilber pro Kilogramm Erdreich auf 2 mg/Kilo gesenkt.

Zwei Studien im Auftrag des Bundesamtes für Umwelt (BAFU) haben ergeben, dass die Gesundheit von spielenden Kindern bereits bei 2 Milligramm Quecksilber pro Kilogramm Boden gefährdet werden könnte.

Konzentrationen bis zu 75 Milligramm

Hintergrund des gesenkten Sanierungswertes sind grossflächige Belastungen von Böden mit Quecksilber im Oberwallis. Im Raum Visp wurden in einem Wohngebiet Konzentrationen des hochgiftigen Schwermetalls von bis zu 75 Milligramm pro Kilo Erdreich gefunden.

Die grossflächige Verschmutzung des Gebietes war 2010 bei Baurabeiten entdeckt worden. Der Basler Chemiekonzern Lonza verwendete in seinem Werk in Visp während Jahrzehnten Quecksilber zur Herstellung von Acetaldehyd, Vinylchlorid und Chlorgas.

Sendung zu diesem Artikel