Sammlung Gurlitt: BDP scheitert mit präventiver Sparmassnahme

Das Berner Kantonsparlament will nicht vorsorglich verhindern, dass bei einer allfälligen Übernahme der Kunstsammlung Gurlitt durch das Kunstmuseum Bern öffentliche Mittel eingesetzt werden.

Gemälde von Claude Monet

Bildlegende: Ein Gemälde von Claude Monet aus der Sammlung Gurlitt. Keystone

Eine Mehrheit des Grossen Rates sah es als schlechtes Signal an, präventiv eine «Verweigerung» von Steuergeldern zu beschliessen, bevor gesicherte Fakten vorliegen und bevor überhaupt klar ist, ob das Kunstmuseum Bern die Erbschaft antreten wird. Die Sammlung Gurlitt stelle eine Chance für den Kanton und die Region Bern dar, sagte etwa FDP-Sprecher Beat Giauque. «Warum mauern, wenn wir noch gar nicht alles wissen?»

BDP-Grossrat Samuel Leuenberger wollte den Regierungsrat mit seinem Vorstoss verpflichten, keine Steuer- oder Lotteriegelder und auch keine personellen Ressourcen in die Angelegenheit zu stecken - weder für die Übernahme der Bilder noch für juristische Auseinandersetzungen. Auch wenn er die Sammlung auch gerne in Bern sehen würde, müsse man jetzt die finanzpolitischen Weichen stellen, sagte Leuenberger.

Der zuständige Regierungsrat, Bernhard Pulver, empfahl dem Parlament «ruhig Blut» zu bewahren. Das Kunstmuseum sei derzeit «sehr sorgfältig» am Abklären, was eine Übernahme der Sammlung bedeuten würde. Dabei sei auch klar, dass dies «a priori ohne öffentliche Gelder» realisiert werden müsste. Falls doch dereinst öffentliche Gelder nötig wären, gehe es «nicht um Riesensummen», sagte Pulver weiter.

Der Stiftungsrat des Kunstmuseums wird bis Ende Jahr entscheiden, ob es die umstrittene Sammlung annehmen wird. Der im Frühsommer verstorbene deutsche Kunsthändlerssohn Cornelius Gurlitt hat seine ebenso umfangreiche wie umstritten Sammlung der Berner Institution vermacht. Die Sammlung soll Raubkunst-Werke enthalten.

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