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Bern Freiburg Wallis SBB und Stadt Bern stören sich an Jungen vor dem Bahnhof

Am Haupteingang zum Berner Bahnhof treffen sich immer mehr Junge. Die Bahn und die Stadt Bern sehen darin ein Problem.

Der Haupteingang des Bahnhofs Bern mit vielen Leuten, vor allem Junge.
Legende: Junge und Pendler kommen sich am Bahnhof Bern in die Quere. SRF

Jeden Abend das gleiche Bild: Gegen 100 Leute treffen sich beim Haupteingang des Bahnhofs zwischen Restaurant und Confiserie. Viele rauchen, einige trinken Büchsenbier, manche zünden sich einen Joint an. «Nach der Schule auf dem Weg nach Hause treffe ich mich hier mit meinen Kollegen», sagt ein junger Mann. «Hier habe ich auch schon Leute kennengelernt, die heute Freunde sind», sagt ein anderer.

Manche der jungen Leute bleiben für ein paar Minuten, andere verbringen ihren ganzer Abend hier. Der Durchgang zum Bahnhof ist jeweils voll, ein Durchkommen schwierig. Gerade Pendler haben daran keine Freude: «Es ist furchtbar: Immer wird man angerempelt», sagt eine Frau. «Mir ist manchmal mulmig zumute», meint eine andere.

Die SBB und die Stadt Bern haben nun genug von den Zuständen beim Haupteingang zum Bahnhof. Der Sicherheitsdirektor der Stadt Bern, Reto Nause, sagt: «Die Stimmung ist vor allem am Abend angeheizt.» In Zukunft muss laut Nause gewährleistet sein, dass die Passagiere sich nicht mehr gestört fühlen.

Gemeinsam suchen die Stadt Bern und die SBB nach Lösungen. Die SBB wünscht sich, dass ihre Sicherheitsleute auch ausserhalb des Bahnhofs Personen zurechtweisen dürfen – also auf Stadtboden «Es wäre besser, wenn wir auch noch ein paar Meter weiter kontrollieren dürften», sagt SBB-Mediensprecher Christian Ginsig. Die Stadt will den Wunsch der SBB nun prüfen. Auch bauliche Massnahmen sind laut Sicherheitsdirektor Reto Nause möglich.

2 Kommentare

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  • Kommentar von Sebastian Kreuzer, Basel
    Von Herrn Nause ist man masslose Übertreibungen ja gewohnt. Soll die Stadt denn vollkommen zum lebensfreien Raum werden? Ein Bahnhof ist ein Begegungsort und nicht eine Menschenabfertigungsmaschine. So verliert doch die Stadt Ihre Seele und wird zur Schlafstadt. Aber genau das ist es doch, was die Mächtigen wollen: Die Leute sollen 8h arbeiten, konsumieren und sich dann auf keinen Fall vergnügen. Sonst könnten sie am nächsten Tag weniger Fit sein um Gewinn für die Oberen zu generieren...
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  • Kommentar von Manuel C. Widmer, Bern
    Es ist offensichtlich: Bern hat ein Problem mit nichtkommerziellen Treffpunkten in der Stadt. Jugendliche wollen und sollen sich treffen. Je weniger Orte zur ging stehen - desto mehr holen sich die Jungen hält Plätze, welche dafür nicht vorgesehen sind. Stimulus und Respons. Nun will die Stadt das Problem, das durch die Verdrängung der Jugendlichen aus den Quartieren und von weiteren Plätzen, die zunehmend kommerziell genutzt wird, mit einer weiteren Verdrängung "lösen".
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