Schluss mit Geburten am Spital Zweisimmen

Die Geburtenabteilung im Spital Zweisimmen geht definitiv zu. Ab 1. April bringen die Frauen aus dem Simmental in Thun die Kinder zur Welt. Ein denkwürdiger Moment für die Belegschaft und ein Moment der Erinnerung für Regionen, die diesen Schritt schon hinter sich haben - zum Beispiel das Emmental.

Spital Zweisimmen.

Bildlegende: Am Spital Zweisimmen finden künftig keine Geburten mehr statt. SRF

Vor knapp einem Jahr hat die Spital STS AG entschieden, die Geburtenabteilung am Spital Zweisimmen aus finanziellen Gründen zu schliessen. Der Protest in der Region war gross, fast bis zum letzten Moment versuchten Politiker aus der Region diesen Entscheid umzustossen.

Nun ist die Schliessung Realität. Ab 1. April gehen Frauen ins Spital Thun gebären, in Zweisimmen nimmt ein «Geburtshilflicher Dienst» seine Tätigkeit auf. Er besteht aus einer ganzjährigen 24-Stunden-Hebammenpräsenz und einer Hebammensprechstunde am Spital Zweisimmen. Die Schliessung der Geburtenabteilung in Zweisimmen ist ein emotionaler Moment. «Es ist kein schönes Gefühl», sagt die Hebamme Verena Schwander. Aber sie sei auch froh, dass nun das ganze Hin- und Her vorbei sei.

Das Oberemmental hat die Schliessung schon lange hinter sich. Die Geburtenabteilung am Spital Langnau wurde hier vor zwölf Jahren geschlossen. «Die Wogen haben sich geglättet», sagt Hebamme Karin Stalder. Ihre Tätigkeit in der Region ist mit der Schliessung aufgewertet worden. Auch hat es heute eine gute gynäkologische Versorgung. «Aber der Gebärsaal fehlt uns nach wie vor», sagt Markus Bieri vom Ärztenetzwerk Oberes Emmental. Gerade bei Notfällen falle das ins Gewicht.