«Schon mit zehn Jahren wollte ich Regisseur werden»

Mit seinem Erstling «Halb so wild» sorgte der Filmemacher Jeshua Dreyfus an den Solothurner Filmtagen für Furore. Sein Werk wurde auf Anhieb für den Publikumspreis nominiert. Der 28jährige Berner hat sich das Filmen selber beigebracht.

Drei Frauen und zwei Männer verbringen einen Teil ihrer Semesterferien in einem abgelegenen Bergtal. Sie geniessen die einsame Idylle, bis eine der Frauen der Gruppe ein Spiel vorschlägt: Alle sollen einander nur noch die schonungslose Wahrheit sagen. Unliebsame Tatsachen kommen so an die Oberfläche - alte Wunden werden aufgerissen. Schon bald ist nichts mehr wie vorher.

Dies ist die Geschichte, die der Berner Filmemacher Jeshua Dreyfus geschrieben und auf die Leinwand gebracht hat. Während den Dreharbeiten im Tessin verlangte er den Schauspielern viel ab. Sie mussten unter einfachsten Bedingungen 33 Tage zusammenleben - nur mit Solarstrom und Plumpsklo. Das ganze Team kam dabei an seine Grenzen. Schliesslich sei es dann nur noch darum gegangen, den Film fertig zu drehen, sagt Jeshua Dreyfus im Gespräch mit dem «Regionaljournal Bern Freiburg Wallis» von Radio SRF.

Noch unbekannt in der Szene

Jeshua Dreyfus war die grosse Überraschung an den Solothurner Filmtagen. Auch in der Filmszene ist der junge Berner noch ziemlich unbekannt. Dreyfus hat keine Filmschule besucht. Mit 16 Jahren erhielt er seine erste Kamera und hat sich das Filmen selber beigebracht.

An der Universität Basel hat er daneben Philosophie und Wirtschaft studiert. «Ich bin immer noch überrascht, wie sehr sich die Medien und die Öffentlichkeit für mich interessieren», so Jeshua Dreyfuss.