Schützenfest Wallis: Grosses Fest - und Nachhaltigkeit?

Der Offizielle Tag des Eidgenössischen Schützenfestes am Sonntag war ein Riesenfest. Zehntausend Leute nahmen bei prachtvollem Wetter teil. Das erste Schützenfest im Wallis steht im Zusammenhang mit dem 200-Jahr-Jubiläum dieses Kantons.
Die Festorte Visp und Raron erwarten nachhaltigen Nutzen.

Prominente Redner, kirchlicher Segen, feierliche Stimmung und gute Laune bei rund 10'000 Besucherinnen und Besucher. Dazu ein stundenlanger Festumzug durch Visp mit über 3'000 Teilnehmenden. Ein Fahnenmeer und Salutschüsse. Und viele vergnügte Schützen, aus der Schweiz wie auch aus dem Ausland.

Bundesrat Ueli Maurer lobte, das Schützenwesen stehe für Schweizer Werte und Wurzeln.Das Schiessen verlange den Schützinnen und Schützen Präzision und Disziplin ab, beides Werte, welche die Schweiz auszeichneten, sagte Maurer während des Festakts auf dem Martiniplatz am Sonntag.
Der Präsident der Walliser Kantonsregierung, Jacques Melly, wiederum sagte, der Augenblick, in dem einem Schweizer die Waffe übergeben werde, sei ein starker und symbolhafter. Er stehe für Reife und Verantwortung.

«Teil der helvetischen DNA»

CVP-Präsident Christophe Darbellay, der zugleich Präsident des Organisationskomitees (OK) ist, sagte in seiner Rede, das Schiessen sei die historische Leidenschaft der Schweiz. «Schiessen ist Teil der helvetischen DNA», sagte der nach eigenen Angaben leidenschaftliche Jäger.

Am Festakt fand auch die Fahnenübergabe statt. Die Organisatoren des Eidg. Schützenfestes vor fünf Jahren in Aarau übergaben die Fahne des Schweizerischen Schiesssportverbandes SSV an das Walliser OK. Zugleich wurde in Visp die neue SSV-Fahne geweiht, zur Freude der ehemaligen Berner Regierungsrätin Dora Andres. Sie präsidiert den Schweizerischen Schiesssportverband.

Ohrenbetäubendes Spektakel

Nach dem Festakt zogen rund 3200 Schützen in 60 Formationen durch die Innenstadt. Angeführt wurde der Umzug von den «Tschäggättä» aus dem Lötschental. Gekleidet in warme Felle und maskiert mit schweren Holzmasken liessen sie es sich trotz Sonnenschein und Hitze nicht nehmen, einige der zahlreich erschienenen Zuschauer zu erschrecken.

Über zwei Stunden dauerte das bunte Spektakel aus Uniformen, Fahnen und Fanfaren, aus Pferden und Pfeiffern, Trommlern und Tambouren. Immer wieder waren donnernde Schüsse zu hören.

Das zahlreich erschienene Publikum honorierte die Darbietungen mit donnerndem Applaus. Für die Festorte Visp und Raron eine Herausforderung. «Aber touristische Werbung. Wir rechnen damit, dass positive Effekte zurückbleiben», sagen beide Gemeindepräsidenten.

Teilnehmerzahlen schrumpfen

Das rauschende Fest am «offiziellen Tag» kann aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass das alle fünf Jahre stattfindende Eidg. Schützenfest seit Jahren mit sinkenden Teilnehmerzahlen zu kämpfen hat. Während vor 20 Jahren in Thun noch 70'000 Schützen zusammenkamen, werden im Wallis in diesem Jahr mit 38'000 nur noch etwas mehr als die Hälfte erwartet.

Das OK im Wallis hatte auch Mühe, genügend Helferinnen und Helfer zu finden. Diejenigen, die sich meldeten, wurden häufiger eingesetzt als ursprünglich geplant. Das Eidgenössische Schützenfest 2015 im Oberwallis dauert noch bis zum 12. Juli.