Simuliertes Hochwasser für mehr Sicherheit

Immer grössere und teurere Hochwasser in immer kürzeren Abständen - das ruft nach Schutzmassnahmen für Gebäude und Quartiere. Mit einer Demonstration will die Vereinigung der kantonalen Feuerversicherungen VKF nun wissen, was die Schutzsysteme taugen.

Jedes Hochwasser hinterlässt Erkenntnisse, wie man sich besser schützen könnte. Viele Unternehmer haben darum in den letzten Jahren Schutzsysteme entwickelt oder verbessert. Das geht von einfachen Installationen an einzelnen Häusern bis zu aufwendigen Vorkehrungen der Feuerwehren für ganze Quartiere. Beides ist wichtig. In den letzten 15 Jahren ist daraus ein eigentlicher Markt entstanden.

«Die Gebäudeversicherungen unterstützen auch die Schutzmassnahmen am Einzelobjekt, die für jeden Hauseigentümer plausibel sind. Aber da wollen wir wissen, was die Systeme können und wo sie ihre Einsatzgrenzen haben», sagt Martin Jordi von der Vereinigung der kantonalen Feuerversicherungen VKF. Deshalb hat die VKF alle Produkte-Anbieter aus der Schweiz zu einer Demonstration eingeladen auf dem Waffenplatz Wangen an der Aare.

Hochwasser-Simulation, um wirkliche Schäden abzuwenden

Mit dabei ist auch der Hamburger Bauingenieur Walter Wagenhuber. Er hat nach dem gigantischen Elbehochwasser von 2002 einen mobilen Deich entwickelt. «Ich sah damals im Fernseher, wie viele Menschen sich mit Sandsäcken abgemüht haben und letztlich trotzdem zu spät gekommen sind. Da sagte ich mir: Da muss etwas Besseres her.»

Auf dem Waffenplatz Wangen a.A. steht im Übungsdorf für Rettungstruppen neuerdings ein überflutbares Haus, das sich für den Test der Hochwasserschutz-Systeme gut eignet. Innert Minuten kann die Liegenschaft massiv überschwemmt werden.

An der Demonstration namen rund 250 Experten aus der ganzen Schweiz teil. «Wir holen uns Ideen und das Wissen, um die Leute beraten zu können. Das ist sehr hilfreich», bilanziert zum Beispiel Martin Waser von der Nidwaldner Sachversicherung.

Der Bedarf an Schutz-Einrichtungen nimmt immer zu

Heinz Aeschlimann aus Roggiswil, selbst Entwickler von Hochwassersperren und Anbieter von Hochwasser-Ingenieurleistungen, ist überzeugt, dass der Bedarf an wirksamen Hochwasser-Schutzeinrichtungen zunehmen wird. «Hat mit der Bautätigkeit zu tun. Es gibt immer weniger Boden, der Wasser aufnehmen kann. Und damit sind die Flussläufe zunehmend überfordert». Mit mehrfach verwendbaren Schutz-Einrichtungen könne man aber sehr viel Geld sparen. Eine Investition von 100'000 Franken in den Hochwasserschutz verhindere eine Million Franken Schaden, rechnet Heinz Aeschlimann vor.