«Sobald ein Kind hörbehindert ist, ist nichts mehr normal»

Am 10. März 2016 ist nationaler «Tag des Hörens». Laut dem Kanton Bern nimmt die Nachfrage nach Unterstützung hörbehinderter Kinder zu. Solche Unterstützung bieten Audiopädagoginnen wie Irene Ackermann. Sie betreuen Kinder und Jugendliche oft über viele Jahre.

Luca Hägi ist fünf Jahre alt und hochgradig schwerhörig. Trotz seiner Hörbehinderung besucht er den regulären Kindergarten in seinem Quartier, in Schliern bei Köniz. Dort bekommt er zweimal in der Woche Besuch von Irene Ackermann.

«  Wir führen oft eine langjährige Beziehung. Fast wie in einer Ehe. »

Irene Ackermann
Audiopädagogin

Die Audiopädagogin arbeitet mit dem Fünfjährigen gezielt an der Sprache. Sie liest ihm ein Bilderbuch vor und spricht dabei langsam und deutlich. So lernt Luca, von den Lippen abzulesen. «Zudem ist es wichtig, dass er die Zahlen und Buchstaben kennenlernt. So holt er mit Blick auf den Schuleintritt schon etwas vor», sagt Irene Ackermann.

Nachfrage steigt

Luca Hägi ist einer von 16 Schwerhörigen oder Gehörlosen zwischen 0 und 20 Jahren, die Irene Ackermann regelmässig betreut. Die Audiopädagogin besucht sie zu Hause, im Kindergarten, in der Schule oder in ihrem Lehrbetrieb. «Wenn ein Kind eine Audiopädagogin kennenlernt, dann ist das oft der Beginn einer langjährigen Beziehung. Fast wie eine Ehe», sagt Ackermann und schmunzelt.

Ackermann arbeitet für den Audiopädagogischen Dienst des Pädagogischen Zentrums für Hören und Sprache in Münchenbuchsee. Dieser betreut Kinder und Jugendliche in der Region Bern, Deutschfreiburg und dem Oberwallis.

In den letzten Jahren ist die Nachfrage dieses ambulanten Angebots stetig gestiegen. 2015 haben 25 Audiopädagoginnen und Audiopädagogen rund 440 Kinder und Jugendliche unterstützt und betreut, schreibt der Kanton Bern zum nationalen «Tag des Hörens» am 10. März 2016.

(Regionaljournal Bern Freiburg Wallis, 12:03/17:30 Uhr)

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