Sonntagsgast Marc Lombard: Pfadfinder sein ist eine Lebensschule

Der Thuner Marc Lombard trägt zuweilen einen kleinen Wolf an einem farbigen Bändel um den Hals. Das kleine Tier ist eine grosse Auszeichnung der internationalen Pfadfinderbewegung. An Leute, die ihr Leben in den Dienst der Pfadis und der Jugend stellen. Kein Zeitvertreib, sondern eine Lebenshaltung.

Marc Lombard, gebürtiger Thuner und in Belp wohnhaft, wird bald 60jährig. Pfadfinder ist er, seit er 12 ist. Das war bei Lombards Familientradition. Und er hat sein Leben ganz in den Dienst der Pfadfinderei, der Jugend und der Umwelt gestellt.

Als Sonntagsgast im Regionaljournal Bern Freiburg Wallis erzählt er mit ungebrochener Begeisterung von den Werten, die sich Pfadis versprechen: Hilfsbereitschaft und Rücksichtnahme für die Menschen und die Umwelt. Von gemeinsamen, echten Abenteuern und Freundschaften, die ein Leben halten. Einmal Pfadi, immer Pfadi - das gilt für Marc Lombard absolut, auch wenn er in seinem langen Pfadi-Dasein auch Enttäuschungen und schwierige Situationen zu meistern hatte. «Die Pfadfinderei ist absolut eine Lebensschule.»

Kleiner Bronze-Wolf als grosse Auszeichnung

Marc Lombard hat acht Jahre lang das internationale Pfadfinderzentrum in Kandersteg geleitet, zusammen mit jungen Leuten aus der ganzen Welt. «Das ist ein grosser Tourismusbetrieb, der jedes Quartal mit neuen Stiften anfängt», schmunzelt er im Gespräch.

Dazu hat er beigetragen, dass die internationale Pfadfinderbewegung unter dem Titel «Scouts for solar» das Projekt «Solafrica» unterstützt. Da bauen Einheimische in Afrika kleine Solaranlagen für die Energieversorung - ausgebildet in Kenya und Kandersteg.

Dafür hat die Internationale Pfadfinder-Bewegung den Berner mit dem Wolf aus Bronze ausgezeichnet - eine sparsam vergebene, grosse Ehre. «Ich habe wirklich eine Träne verdrückt, als ich vernommen habe, dass ich den Wolf bekomme» gesteht Marc Lombard.

Jugend und Umwelt als Lebensinhalt

Neben den jahrzehntelangen Aktivitäten in der Pfadfinderei amtet Marc Lombard als Präsident der bernischen Pro Juventute und als Geschäftsleiter der Stiftung «Werkstatt Bergwald». Auch da lernen junge Leute, wie Nachhaltigkeit funktioniert.